Waldeck

Menschenraub "war keine gute Idee"

- Waldeck/Kassel. Ein 53-jähriger Waldecker und sein 23 Jahre alter Komplize aus Bad Wildungen locken einen 34-jährigen Handwerker im Mai 2010 an den leer stehenden, ehemaligen Puff nahe dem Waldecker Mauser-Werk.

Der Plan der zwei: Sie wollen den Korbacher entführen und ihn erst gegen Geld wieder freilassen. Die beiden kennen den Mann überhaupt nicht, der ältere der zwei Verbrecher gibt vor, er wolle sich von dem Handwerker den Hof des ehemaligen Bordells pflastern lassen. In einem günstigen Moment überwältigt er sein Opfer, fesselt es mit Hilfe seines Komplizen unter Verwendung von Klebeband und steckt den Mann in einen Transporter, um ihm stundenlang auf einer Rundtour Angst einzujagen und Geld von ihm zu erpressen. Schließlich stimmt der Entführte zu, 30 000 Euro eine Woche später an einer Tankstelle an die Entführer zu übergeben. Zu diesem Treffen bringt der Handwerker allerdings die Polizei mit. Seine beiden Peiniger stehen seit Donnerstag wegen erpresserischen Menschenraubes in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung vor dem Kasseler Landgericht. Sie geben weitgehend die Vorwürfe zu. "Die Entführung war wohl keine gute Idee", meinte der 53-jährige Waldecker in seiner Aussage. (su)

Mehr lesen Sie in unserer Printausgabe vom 12. November 2010

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