Thomas de Maizière bei Bundeswehr in Fritzlar

Minister im Anflug für Ufo gehalten

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Fritzlar - Bei der Neuausrichtung der Bundeswehr punktet Fritzlar durch seine zentrale Lage mitten in Deutschland. „Für den Einsatz der Bundeswehr ist das der geeignete Standort“, sagte Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière gestern bei einem Besuch der Luftbeweglichen Brigade eins.

Der Minister im Anflug irritiert über Hann. Münden und östlich von Kassel besorgte Bewohner. Der weiße Luftwaffen-Helikopter aus Berlin, den zwei Tiger-Kampfhubschrauber aus Fritzlar auf den letzten Kilometern eskortieren, wird am wolkenverhangenen Himmel als unbekanntes Flugobjekt gedeutet. Die Anrufer werden von der Fritzlarer Bundeswehr über den Besuch des Ministers aufgeklärt. Im Rahmen seiner Sommerreise überzeugt sich der 58 Jahre alte Christdemokrat von der Professionalität der eingesetzten Soldaten und von dem hochmodernen Standort. In Fritzlar sind derzeit unter anderem der Stab Luftbewegliche Brigade eins, das Kampfhubschrauberregiment 36 Kurhessen sowie das Fachsanitätszentrum Fritzlar beheimatet. Im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr bleibt der Standort Fritzlar erhalten, aber die Zahl der Dienstposten wird von 2040 auf 1420 reduziert. Einziger Tiger-Standort Der Stab der Brigade plant Einsätze im Rahmen luftbeweglicher Operationen und unterstützt Spezialkräfte. „Mit dem hochmodernen Tiger-Kampfhubschrauber hat Fritzlar ein Alleinstellungsmerkmal in der neuen Bundeswehr“, merkt MdB Bernd Siebert als Mitglied des Verteidigungsausschusses an. Fritzlar habe als Hubschrauberdrehkreuz und künftig einziger Tiger-Standort besondere Bedeutung für die Bundeswehr. Verteidigungsminister de Maizière zeigt sich zuversichtlich, dass nach langer zeitlicher Verzögerung zum Jahreswechsel neue Kampfhubschrauber in Dienst gestellt werden. Das Waffensystem Tiger wird von Fritzlar aus nach Afghanistan verlegt. Im deutschen Verantwortungsbereich Nordafghanistan würden die Maschinen dringend benötigt. Sie erhöhten die Sicherheit der dort stationierten Bundeswehrsoldaten und unterstützen den Abzug der verbündeten Streitkräfte, der zu großen Teilen auf der Nordroute erfolge. Dazu sei es nötig, die gemeinsamen Anstrengungen darauf zu richten, dass der rechtzeitigen Verfügbarkeit der Hubschrauber für Afghanistan nichts mehr im Wege steht.Aktuell sind etwa 400 Soldaten der Lufbeweglichen Brigade eins im Auslandseinsatz in Afghanistan. Neben einer Geräte- und Ausstellungsschau runden ein Vier-Augen-Gespräch mit Brigadegeneral Alfons Mais, Gespräche mit Soldaten, Zivilbeschäftigten und Dienststellenleitern den dreistündigen Besuch ab. Unter den politischen Vertretern der Region sind auch Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und die Bad Wildunger CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg vor Ort. Am meisten beeindruckt hat den Minister auf seiner Sommerreise durch Deutschland die berufliche Vielfalt innerhalb der Bundeswehr. „Es gibt keinen Beruf in Deutschland, der so vielfältige Möglichkeiten und Aufstiegsmöglichkeiten hat, wie der Beruf des Soldaten.“

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