Auszeichnung in Frankenberg verliehen

Lob von "Ab in die Mitte" für Wildungen/Edertal/Fritzlar

Das neue Wildunger Scharnier überzeugt.

Bad Wildungen/Edertal/Fritzlar. - Statt Bad Wildungen wegen vermeintlich verfehlter Itzel-Planungen gezahlte Fördergelder wieder abzuknöpfen (wie Unkenrufer prophezeien), hat das hessische Umweltministerium die Kurstadt und deren Partner aus dem Mittleren Edertal sogar erneut ausgezeichnet für ihr Bemühen um Stadt- und Ortskerne.

Ministerin Priska Hinz prämierte in der historischen Frankenberger Rathausschirn elf Projekte, die am diesjährigen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ zur Stärkung der Innenstädte teilnahmen. 20 Bewerber gab es insgesamt. Alle elf ausgezeichneten Teilnehmer gelten als „Landessieger“ und erhalten Fördergeld. Eine Platzierung im üblichen Sinne gibt es also nicht; die Höhe der Fördersumme orientiert sich am Umfang des Antrages. Die höchste Summe geht an die „Wirtschaftsregion Mittleres Edertal“, gebildet von den Kommunen Bad Wildungen, Edertal und Fritzlar. Sie erhalten für ihr Projekt des laufenden Jahres 25 900 Euro. Dabei handelt es sich um das einzige interkommunale Vorhaben unter den Siegern. Das „Mittlere Edertal“ erhält zum zweiten Mal eine solche Ehrung. Den ersten Erfolg brachte vor zwei Jahren die „Blaue Nacht der Generationen“. Der neue Titel des Trios 2014 heißt „Rendezvous zu Dritt“. Unter dieser Überschrift präsentiert Bad Wildungen am letzten Juni-Wochenende seine „Brunnenmeile“. Am ersten Tag gibt´s Kunst rund ums Thema Rendezvous, am zweiten Tag vielfältige Aktionen mit der gleichen Ausrichtung in den Geschäften entlang der Meile. Fritzlar gibt seinen umgestalteten Marktplatz vom 20. bis 22. Juni offiziell frei unter der Überschrift „Rendezvous der Vielfalt – Sommernachtstraum“. Ein langer verkaufsoffener Abend und ein Familientag zählen zum Programm.Edertal ruft auf zum „Rendezvous der Generationen“ und rückt unter diesem Motto den Bergheimer Ortskern mit romanischer Kirche und Metzgerei/Gaststätte ins Bewusstsein von Gästen und Einheimischen. Nicht von ungefähr tritt das Dreigestirn Wildungen/Edertal/Fritzlar im Wettbewerb „Ab in die Mitte“ gemeinsam an. Denn die drei beziehen seit Jahren als interkommunaler Verbund auch Fördergelder aus dem Landesprogramm „Aktive Kernbereiche“, mit dessen Hilfe Bad Wildungen sein Scharnier, Edertal die Bergheim-Giflitzer Bahnhofstraße und Fritzlar seinen Marktplatz auf Vordermann bringt.

Im Vorfeld der Preisverleihung von „Ab in die Mitte“ zogen Beteiligte vor 100 Gästen in der Frankenberger Rathausschirn im Podiumsgespräch Bilanz. Vertreter aus Butzbach und Bad Camberg berichteten von ihren Initiativen, Erfahrungen und der Motivation mitzumachen. Die Butzbacher gaben einen faszinierenden Einblick in ihr Projekt „Hotel Westend“. Unter diesem Titel organisieren sie in ihrem ehemaligen, leer stehenden Gefängnis Veranstaltungen mit Übernachtungsmöglichkeit, um den vom alten Knast geprägten Ruf ihres westlichen Stadtteils aufzupolieren. Drei Mitglieder der Jury berichteten von ihren Reisen und nannten Beispiele für die Faktoren, die einen Projektantrag erfolgversprechend machen. Zentral: Das Vorhaben muss innovativ sein und neben Stadtverwaltung und Stadtmarketing die örtlichen Akteure wie Gewerbevereine oder Händler einbinden. In den Gesprächen zeigte sich auch, dass viele Kommunen dieselben Probleme lösen müssen: Leerstände in den Innenstädten, fehlende Kunden und Gewerbeflächen „auf der grünen Wiese“. (apa/su)

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