Bürgermeister Volker Zimmermann kritisiert Initiative zum Heloponte-Erhalt scharf

„Nach mir die Sintflut“ in Helo-Diskussion

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Die Heloponte-Aktivisten beharren stur darauf, dass sich am Heloponte nichts ändern darf. Der Bürgermeister kritisiert ihre kompromisslose Haltung scharf als eigennützig.

Bad Wildungen - „Der Edersee würde heute nicht mehr gebaut, weil Risikobereitschaft, Konflikt- und Durchsetzungfähigkeit oder Entscheidungsfreudigkeit in Gesellschaft und Politik rare Eigenschaften geworden sind“, meint der Wildunger Bürgermeister.

Er bezieht sich damit auch auf die aktuelle Diskussion ums Heloponte, in der die Initiative zum Erhalt der Freizeitanlage aus Sicht Zimmermanns eine kompromisslose Linie vertritt. „Das ist eine ‚Nach mir die Sintflut‘-Haltung“, unterstreicht er.

Die Sanierung des Heloponte in seinem jetzigen Bestand inklusive Eisbahn koste Millionen und - viel entscheidender und gefährlicher für die Zukunft der Stadt - belaste den Haushalt auf unbestimmte Zeit mit mehr als 2 Millionen Euro Defizit jährlich. „Wer das fordert, will die künftigen Generationen zahlen lassen, um jetzt die persönlichen Vorteile weiter zu genießen“, hält der Bürgermeister der Initiative vor. Das sei nicht familienfreundlich, denn „schließlich müssen wir auch andere, für Familien wichtige Angebote finanzieren, wie die Kindertagesstätten.“

Wenn es gelinge, ein neues Bad zu bauen, das ein Defizit deutlich unter dem heutigen produziert, erhalte die Stadt neue finanzielle Spielräume. Dann könnte auch eine neue Eisbahn ein Thema werden.

Sabine Moering, eine der Initiatorinnen der Aktion zum Heloponte-Erhalt, nutzte das Forum der Lidl-Podiumsdiskussion am Dienstag, um zu weiterem Widerstand gegen jegliche Änderung am Heloponte aufzurufen: „Wir müssen die Politiker unter Druck setzen, damit sie wieder die Interessen von uns Bürgern vertreten.“

Dem hielt Günter Wackerbarth entgegen: „Als junge Leute müssen Sie sich in der Politik engagieren.“

Die viel zitierten „Interessen der Bürger“ könnten von der Warte eines Politikers nicht nur aus dem Interesse einer einzelnen Gruppe bestehen. „Es gibt jede Menge Wildunger, die nicht ins Heloponte gehen, und auch deren Belange müssen wir als Politiker berücksichtigen“, betont der Bürgermeister.(su)

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