DLRG startet Wachsaison an Eder-, Diemel- und Twistesee

Nächstes Projekt: Steganlage Rehbach

Edersee - Bei bombigem Sommerwetter, aber überraschend spärlichem Besuch von Badegästen und Seglern am Edersee, startete der DLRG-Landesverband Hessen am Samstag mit einem Empfang für Vertreter aus Politik, Behörden, Verbänden und Organisationen in die neue Wachsaison an Eder-, Diemel- und Twistesee. Nach dem Jubiläumsjahr „100 Jahre Edersee“ geht es in 2015 mit niedrigerer Schlagzahl weiter.

Gut aufgestellt und reibungslos Hand in Hand mit anderen Organisationen – so skizzierte Klaus Schultze, Leiter der Wasserrettung und der DLRG-Schulungsstätte am Edersee, zufrieden die aktuelle Situation. In seinem Jahresrückblick verwies er in der Waldecker Station unter anderem auf 44 330 Wachstunden an allen drei Seen, auf 54 Kenterungen, 77 Hilfeleistungen, elf Rettungen aus Todesgefahr und einen Todesfall.

Bei knackigen Temperaturen knapp unter 40 Grad sagte der Vizepräsident des DLRG-Landesverbands Hessen, Rudi Keller, dass auch die aktuelle Hitze eine Herausforderung für die Retter darstelle. „Wenn Menschen sich in der Sonne grillen und manchmal vergessen, sich zu wenden, ist die Gefahr eines Hitzschlags groß.“ Die DLRG-Stationen am Edersee seien hervorragend besetzt, sagte der Südhesse anerkennend. Das untermauerte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf. Er würdigte die „sehr gute Präsenz an allen Stationen“ und betonte, „andernorts läuft das nicht so toll.“

Laut Schultze hat eine Großübung aller Rettungsdienste am Diemelsee „sehr viele Erkenntnisse gebracht.“ Die Zusammenarbeit der Organisationen untereinander sei sehr gut. Viel Zeit werde aktuell in die Umstellung vom Analog- auf den Digitalfunk investiert.

In den vergangenen fünf Jahren sei die DLRG von den Kommunen erheblich unterstützt worden. „Die einzige Station mit Nachholbedarf ist Rehbach.“ Der Kreisverband sei bereits in Vorleistung getreten für einen Bootsschuppen, der zum Winter zur Verfügung stehen soll. „Der größte Brocken folgt aber noch mit der Steganlage“, kündigte Schultze an, wage dazu aber noch keine Kostenprognose.

„Sportplatz Edersee wird immer kleiner“

Das DLRG hoffe auf dieselbe Unterstützung wie bei der Sanierung der Station im Fürstental. Dort war zuletzt auch die nicht mehr befahrbare Zufahrt über eine Strecke von 350 Metern nach langem Hick-Hack endlich repariert worden. Nachfragen bei den Kommunen blieben ohne Ergebnis. „Die Sache hat sich als äußerst schwierig dargestellt, weil der Weg offiziell gar nicht existiert, obwohl er schon seit 50 Jahren benutzt wird“ erläuterte Schultze die Problematik. Dem Waldecker Bürgermeister Jörg Feldmann sei es zu verdanken, dass die Angelegenheit schnell und unbürokratisch erledigt wurde, betonte der Leiter des Wasserrettungsdienstes Edersee.

Feldmann würdigte in seinem Grußwort den Einsatz der Retter, der insbesondere im Jubiläumsjahr weit über das normale Maß hinaus ging. „Die Zusammenarbeit am See ist gut – das schaffen nur wenige Regionen.“

Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg (CDU) hob das Engagement der rund 60 DLRG-Retter hervor. „Wir sind froh und glücklich, dass Sie dafür Ihre Freizeit einsetzen.“Commodore Hans-Joachim Koltzsch grüßte vom Hessischen Seglerverband und blickt angesichts der Trockenheit skeptisch auf den Segelsommer 2015. „Unsere Hauptaufgabe ist, den Sportplatz zu erhalten – und der wird immer kleiner“, spielte er auf den drastisch sinkenden Wasserpegel im Edersee an. Wilfried Geisler von der Solingflotte Edersee überreichte zum Dank für die Unterstützung Shirts an DLRG-Chef Schultze sowie Gerd Paulus von der Wasserschutzpolizei. Unternehmer Gert Schultze, ein Bruder des DLRG-Chefs, war ebenfalls nicht mit leeren Händen gekommen. Er spendiert neue Beleuchtung und tauscht die stromfressenden Neonröhren gegen neue LED-Technik aus.

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