Bad Wildungen

Nationalpark erhält Gütesiegel

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- Bad Wildungen (su). Wo „Nationalpark“ drauf steht, muss auch Nationalpark drin sein. Mit Brief und Siegel kann der Nationalpark Kellerwald-Edersee nun hausieren gehen, dass er hält, was er verspricht.

Im Parkamt in der Laustraße wurde Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich das Zertifikat der Weltnaturschutzorganisation IUCN überreicht. Als einer der jüngsten deutschen Nationalparke spielt das heimische Großschutzgebiet damit eine Vorreiterrolle im Land, denn weder der Bayrische Wald noch das Wattenmeer oder ein anderer Anwärter dürfen sich bisher mit diesem Gütesiegel schmücken.

Im Herbst 2007 bereiste der Experte Martin Solar aus Slowenien den Kellerwald, um zu überprüfen, ob das Gebiet die Anforderungen für das Siegel erfüllt. Im Zentrum der Bewertung: Mindestens 75 Prozent der Fläche müssen frei von Nutzung durch den Menschen sein. Der heimische Nationalpark erreicht eine Quote von mehr als 90 Prozent. Beurteilt wurde auch, ob Forschung, Umweltbildung, Erholung und Besucherverkehr mit den Interessen des strengen Naturschutzes in Einklang gebracht werden. Überall punktete der Nationalpark Kellerwald-Edersee.Die IUCN hat das Siegel eingeführt, um Ordnung in die weltweit unübersichtliche Landschaft von Schutzgebieten zu bringen. Das Zertifikat wird in sechs Kategorien vergeben

Das IUCN-Siegel bedeutet nicht allein für die Tourismuswerbung in der Region einen Gewinn, meinen alle Beteiligten. Es war indirekt auch ein wichtiger Geburtshelfer des Nationalparks Kellerwald-Edersee, erinnert sich Karsten Wittern vom Förderverein Nationalpark: „Wir haben in der Konsensrunde vor der Gründung des Parks beschlossen, dass die IUCN-Vorgaben als bindendes Ziel in die Nationalparkverordnung aufgenommen werden.“ Das gab den Nationalpark-Skeptikern die Sicherheit, dass das Großschutzgebiet nicht schleichend erweitert wird und den umliegenden Orten sinnbildlich die Luft für Entwicklung abschnürt. Menschliche Siedlungen sind unvereinbar mit den Kriterien, die bei der IUCN für einen Nationalpark gefordert werden.

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