Bad Wildungen

Nationalpark Kellerwald-Edersee als Weltnaturerbe geadelt

- Bad Wildungen (r/höh). Das UNESCO-Welterbekomitee hat am Samstag in Paris den Nationalpark Kellerwald-Edersee gemeinsam mit vier weiteren Schutzgebieten zum Weltnaturerbe erklärt.

Das Welterbekomitee tagte bereits seit Sonntag, 19. Juni, in Paris. Am 25. Juni stand die Entscheidung über die zum Weltnaturerbe nominierten alten Buchenwälder Deutschlands auf der Tagesordnung. Um 10.28 Uhr fiel die Entscheidung, der die Mitarbeiter, Freunde und Partner des Nationalparks Kellerwald-Edersee voller Spannung seit Monaten entgegenfieberten.

Die Freude von Nationalparkleiter Manfred Bauer, der die Entscheidung des Welterbekomitees direkt vor Ort miterlebte, ist groß: „Die Einschreibung ist ein unglaublicher Erfolg für die deutschen Nominierungsgebiete und nicht zuletzt auch für den Nationalpark Kellerwald-Edersee. Das Welterbekomitee hat damit die Besonderheit des europäischen Buchenwaldes gewürdigt und mit der Entscheidung den Auftrag verbunden, die Buchenwald-Welterbegebiete um weitere Flächen in europäischen Ländern zu erweitern, um das Bild zu komplettieren." Bauer: "Wir sind sehr stolz, zur weltweiten Familie von herausragenden Schutzgebieten zu zählen."

Zahlreiche Nationalparkmitarbeiter hatten sich am Freitagnachmittag zu einem gemütlichen Beisammensein getroffen, um gemeinsam auf den erlösenden Anruf aus Paris zu warten. Als die Spannung schier ins Unermessliche stieg, wurde am späten Freitagabend die Sitzung des Welterbekomitees unterbrochen und die Entscheidung auf den Samstagmorgen vertagt. Auch in Bad Wildungen waren nach der Bekanntgabe die Freude und Erleichterung, es in die Welterbeliste „geschafft zu haben“, groß.

Jutta Seuring hielt als Vertreterin von Nationalparkleiter Manfred Bauer in Bad Wildungen die Stellung und hatte die Veranstaltung am Freitagnachmittag für die Mitarbeiter initiiert: „Alle haben mitgefiebert. Alle wollten dabei sein." Seuring: "Wir sind natürlich ohnehin stolz auf unseren Nationalpark und das, was das Team bislang auf die Beine gestellt hat. Wir haben in nur sieben Jahren so viel erreicht, aber das ist jetzt einfach nur unglaublich! Und ein enormer Imagegewinn für die gesamte Region.“

Achim Frede, verantwortlicher Sachgebietsleiter für das Welterbe-Projekt, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Sitzungen in Fachgremien und Bund-Länder-Arbeitsgruppen bewältigt. „Wir sind sehr stolz und fühlen uns sehr geehrt“, freut er sich über den Erfolg. „Die Anerkennung als Weltnaturerbe ist die höchste Auszeichnung, die man in Naturschutz und Regionalentwicklung erreichen kann."

Und sie sei auch eine Anerkennung für alle, die dabei mitgeholfen haben. Diese weltweite Würdigung, auf einer Stufe mit Grand Canyon oder Serengeti, unterstreiche die hohe Verantwortung für die europäischen Buchenwälder. Der Kellerwald verkörpere dabei ein herausragendes Beispiel für den Buchenwald der Mittelgebirge auf bodensauren Standorten. "Seine Unzerschnittenheit, Naturnähe und Reife, die kleinen Urwaldinseln, knorrigen Felsbuchen und klaren Quellbäche machen ihn so einzigartig.“

Am Dienstag, 28. Juni, lädt das Nationalparkamt Kellerwald-Edersee die Bevölkerung gemeinsam mit den Freunden und Partnern des Buchenwaldnationalparks zu einer Spontanfeier ein. Ab 17 Uhr wird im Nationalpark-Zentrum Kellerwald in Herzhausen gemeinsam auf den Eintrag in die Welterbeliste der UNESCO angestoßen. Nationalparkverwaltung und alle Mitarbeiter freuen sich auf zahlreiche Gäste.

Mehr lesen Sie in den Zeitungsausgaben der WLZ-FZ am Montag, 27 Juni.

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