Aus Wildunger Stadtparlament: Aktueller Sachstand von 26 Anträgen der Fraktionen

Nationalparkhotel und Flagge für Tibet

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Laut Bürgermeister noch nicht in die Ablage gewandert wie bisher sämtliche Kurhaus-Pläne: Nationalparkhotel im einstigen Bad Wildunger „Marmorpalast“.

Bad Wildungen - Nationalparkhotel im Jahr für Jahr mehr vor sich hin gammelnden Kurhaus oder Comeback für eine Jugendherberge: Bürgermeister Volker Zimmermann berichtete kürzlich im Stadtparlament über den Bearbeitungsstand von 26 Fraktionsanträgen, die teilweise vor längerer Zeit verabschiedet wurden.

Ein Nationalparkhotel im Kurhaus, da würde das gesamte Stadtvolk Beifall klatschen. Die SPD-Fraktion forderte dies in ihrem Antrag vom 10. Oktober 2011. Stand der Dinge laut Stadtverwaltungs-chef: „An der Umsetzung des Antrags wird gearbeitet.“ Also wiederum ein höchstwahrscheinlich frommer Wunsch, bisher verliefen sämtliche Bemühungen bezüglich einer neuen Nutzung des bereits deutlich verfallenen „Marmorpalastes“ im Sande.

Passend zu dieser betrüblichen Materie ein „Dringlichkeitsantrag“ der CDU vom 6. Februar 2012 mit Zielsetzung der raschen Wiederinbetriebnahme der damals zur allgemeinen Überraschung geschlossenen Kurhaus-Tiefgarage. Am Stand der Dinge hat sich nach den Worten des Bürgermeisters nichts geändert: „Aus brandschutztechnischen Gründen nicht möglich. Die erforderlichen Investitionen wären unverhältnismäßig hoch.“ Fazit: Auch bei diesem Kurhaus-Aspekt ruht still der See.

Etablierung einer Jugendherberge oder eines Hostels, das Anliegen der CDU-Fraktion am 7. Juni 2010. Die Verwaltung stand in Kontakt mit der Geschäftsleitung des Hessischen Jugendherbergswerks sowie mit der aus Finanzgründen wankenden Holzfachschule in Altwildungen und kommt zum Schluss: „Würde derzeit keinen Sinn machen.“ Es gebe ausreichend Unterkünfte in der Badestadt mit einem attraktiven Preis-/Leistungsverhältnis auch für Familien.

Das Bahnhofsgebäude erschien der Freien Wählergemeinschaft geeignet für eine Disco (5. Dezember 2011), die Wildunger Jugend ist diesbezüglich auf Fahrten in die Umgebung angewiesen. Doch der Magistrat winkt ab: Nicht geeignet, weil befürchtet werden müsse, dass durch den Disco-Betrieb eine starke Beeinträchtigung des angrenzenden Wohnmobilstellplatzes eintritt.

Die FDP verlangte am 5. März 2012 eine Chemietoilette für das Besucherbergwerk im Wildunger Schneewittchendorf Bergfreiheit. Dies soll tatsächlich umgesetzt werden, zwar nicht mit „Chemie“, im Etat 2013 sind aber Mittel für eine sogenannte Komposttoilette verankert.

Errichtung einer „E-Tankstelle“ im Scharnier-Areal (SPD-Antrag vom 10. Oktober 2012). Der Magistrat verweist hier auf laufende Gespräche mit privaten Anbietern, lehnt einen Standort im Scharnier-Bereich aber ab.

Über die Grenzen

Einen Erfolg kann die FWG vermelden: Wie in ihrem Antrag vom 5. September 2011 gefordert, werden zwei Bushaltestellen in der Itzelstraße eingerichtet, wahrscheinlich in 2013.

Die weiteren Anträge umfassen eine bunte Themenpalette, vom „wackelnden“ Baumbestand in der Brunnenallee über die berühmte Einzelhandelssituation in der Kurstadt bis zur Wasserbewirtschaftung des Edersees.

Ab und zu werden den Wildunger Fraktionen bei ihren Gedankenflügen die Stadtgrenzen zu eng und sie streben bisweilen weit darüber hinaus. Musterbeispiel dafür ist ein SPD-Antrag vom 6. Februar 2012. Es ging um die Beteiligung an der Aktion „Flagge zeigen für Tibet“. Die Stadtregierung entschied sich gegen die Tibet-Flagge, jedoch ging am 10. März 2012 trotzdem eine Fahne am Rathaus hoch, ein Banner mit einer Friedenstaube. Die Taube sollte stehen für alle Staaten in der Welt, in denen Menschenrechte verletzt werden.

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