Bad Wildungen: Künstler Thomas Graupner lässt sich von Umwelt inspirieren

„Natur-Art“ ist seine Stärke

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- Bad Wildungen (höh). Thomas Graupner ist ein künstlerischer Tausendsassa. Skulpturen, Malerei, Skizzen, Zeichnungen, Drechselarbeiten oder Accessoires – der 49-Jährige sprudelt vor Ideen und beeindruckt durch nimmermüde Schaffenskraft.

Die Liebe zur Kunst wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Großvater war Bildhauer im Erzgebirge. Bei seinen Holzarbeiten stellte er das Leben der Bergleute dar. Als 13-Jähriger entdeckte der im sächsischen Lichtenstein geborenene und im Chemnitz aufgewachsene Thomas Graupner seine künstlerische Ader.

Holzschnitte waren erste Versuche, dann entstanden Schnitzfiguren und schließlich landete er bei der Malerei. „Ich habe mit Acryl angefangen und mir nach und nach Grundlagen angeeignet“, sächselt der Familienvater. Experimentierfreudig setzte er sich auch mit anderen Materialien auseinander. So entstanden Skulpturen aus Sandstein, Drechselarbeiten oder ein 3-D-Projekt aus Pappmaché.

Inspirieren lässt sich der Wildunger vom Leben, der Politik, von Nachrichten aus aller Welt. Kritisch und ohne Scheu geht er auch ernste Themen an. Nach dem Freitod des Fußballers Robert Enke hat er das Thema Depressionen an der Staffelei umgesetzt. „Ich versuche, Dinge zu verarbeiten“, sagt der 49-Jährige. Besonders am Herzen liegt ihm das Umweltbewusstsein. Eine eindrucksvolle Figur auf dem Balkon erinnert an die Reaktorkatastrophe in Japan.

„Mutter Natur“ titelte er einen drei Meter hohen Lebensbaum im Künstlergarten und lieferte gleicht die Philosophie dazu. „Fazit allen Denkens: Die Natur setzt sich immer durch.“ Die Reihe der „schönsten Wanderungen im Kellerwald“ der NABU-Ortsgruppen Edertal und Bad Wildungen inspirierte ihn zu einer Serie von sechs Landschaftsaufnahmen. „Eine fehlt – denn bei der siebten Tour war ich nicht dabei“, schmunzelte Graupner. Wildungens „blauer Stuhl“ ist bei dem Künstler grün und hat deutliche Schieflage. Überdimensional steht er im Vorgarten der Lebenshilfe und es scheint, als würde er bei nächsten Windstoß umfallen. „Ein kaputter Stuhl, auf dem man nicht sitzen kann, ist wie eine Erde, auf der zu leben sich immer schwieriger gestaltet – das wird die Hinterlassenschaft sein, wenn wir Menschen nicht sofort und schnell handeln“, sagt der 49-Jährige.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 14. Januar.

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