Nationalpark schult Mitarbeiter für Touren für Menschen mit Behinderungen

Natur trotz Barrieren genießen

Bad Wildungen - Der Nationalpark ist natürlicherweise alles andere als barrierefrei. Dennoch erschließt das Nationalparkamt auch Menschen mit Behinderungen dieses besondere Naturerlebnis .

Um Rolli-Nutzern ohne E-Rollstuhl einige Touren im Wildtierpark und auf der „Hagenstein-Route“ im Nationalpark zu erleichtern, hat die Nationalparkverwaltung beispielsweise Scooter angeschafft. Gäste können sie unentgeltlich ausleihen. Speziell für Rollis wird seit 2007 eine Tour zum sogenannten Hagenstein angeboten - bekannt als Eder-Lorelei, wegen des herrlichen Ausblicks ins Edertal und darüber hinaus. In den Monaten April bis September leitet ein ausgebildeter Rollstuhlfahrer diese Tour einmal monatlich.

Um die hauptamtlichen Ranger des Nationalparks noch besser auf den Umgang mit Menschen mit Behinderungen einzustellen, bot die Nationalparkverwaltung mehrere Schulungen an. Engagiert wurde dafür die für die Organisation von Reisen mit behinderten Menschen bekannte Expertin Gisela Moser aus Frankfurt (Main). Sie trainierte im Zuge von zwei Tagesseminaren mit den Teilnehmern im Wesentlichen den richtige Umgang mit Gehbehinderten bis hin zu Rollstuhlfahrern oder mit Menschen, die schlecht oder nicht sehen oder hören können. Außerdem drehte sich das Seminar um den Umgang mit älteren Menschen oder Menschen mit allgemeinen Gebrechen, geistigen und körperlichen Einschränkungen.

Zu den Erläuterungen der Expertin gab es Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln. Die Teilnehmer, unter ihnen junge Menschen, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Nationalpark leisten, wurden durch entsprechende Geräte und Vorrichtungen in die Lage von Personen mit Behinderungen versetzt.

Rollstühle, Alter-Simulations-Requisiten und Blindbrillen, ergänzt durch Taststäbe, kamen zum Einsatz. Mit all dem und sehr vielen kommunikativen Hilfsmitteln und Aktionen machte die Referentin Situationen von behinderten Menschen sehr realistisch und eindrucksvoll nachvollziehbar.

Die Teilnehmer der Veranstaltungen waren durchweg davon überzeugt, viel dazugelernt zu haben. „Das war wichtig, das hat für den Umgang mit behinderten Menschen wirklich geholfen“, lautete eine in ähnlicher Form wiederholt geäußerte Meinung der Teilnehmer.

Von Hermann Sonderhuesken

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