Wildunger Magistrat schlägt Hallenbad mit Angeboten für Familien vor

Für Neubau am alten Standort

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Am Standort des Heloponte ein neues Hallenbad ohne Sauna und ohne Freibad bauen, aber mit Angeboten für Familien – das empfiehlt der Magistrat mehrheitlich dem Bad Wildunger Stadtparlament.

Bad Wildungen - Der Magistrat hat sich für die weiteren Diskussionen um ein Wildunger Schwimmbad positioniert. Keine Therme, sondern ein Freizeit-, Familien- und Sportbad soll es sein und zwar ein Neubau am alten Standort.

Der Magistrat einigte sich mehrheitlich auf ein Hallenbad mit Familienangeboten, aber ohne Sauna und Freibad, berichtete Erster Stadtrat Bart van der Meer. „Ein Bürgerbad mit Komponenten“, umreißt Heloponte-Geschäftsführer Günther Gutheil das grobe Konzept. Neben 25-Meter-Bahnen für sportliche Aktivitäten sei auch ein Nichtschwimmerbereich vorgesehen. Details dazu wurden aber noch nicht abgesteckt.

Auf das Freibad soll mit Blick auf das Bäderkonzept des Gutachters Dr. Stefan Kannewischer verzichtet werden. Wildungen stehe in Konkurrenz mit dem nahen Edersee und Freibädern in Löhlbach in Fritzlar, mit ausreichenden Besucherzahlen sei nicht zu rechnen.

Im Juli 8000 Gäste im Freibad

Indes bescherte der heiße und trockene Sommer 2015 einen Besucheransturm im Freibad. „Wir hatten über 8000 Gäste im Juli, das gab es schon lange nicht mehr“, freut sich Gutheil. „An die Zahlen, die ein Freibad wirtschaftlich machen würden, kommen wir damit aber trotzdem nicht heran.“ Bauamtsleiter Klaus Weidner: „Wenn das Freibad nicht kommt, kann das „Hallenbad plus“ aber so konzipiert werden, dass man es im Sommer aufmachen kann.“

Eine besondere Attraktion soll in das Bad integriert werden, empfiehlt der Magistrat. Das könnte beispielsweise ein Solebecken sein. Keine Entscheidung gibt es zur Eisbahn. „Steht noch in den Sternen“, kommentiert van der Meer, „auf jeden Fall wird sie aber positiv diskutiert.“ Der Magistrat einigte sich bewusst nur auf ein grobes Grundkonzept ohne jegliche Angaben zur Ausstattung. „Es ist ein weit gefasster Beschluss, da können noch viele Dinge drin sein“, merkt der Erste Stadtrat an. Das Gremium habe aus den Diskussionen um das Haus Oestreich gelernt, wo der Magistrat bei seiner Beschlussempfehlung ins Detail ging. Die Stadtverordnetenversammlung hatte eine ganz andere Vorstellung und lehnte das Magistratspapier mit überwältigender Mehrheit ab.

Eine Kostenschätzung sei derzeit noch nicht möglich. Wie viele Millionen investiert werden müssen in ein neues Bad, richte sich nach der gewünschten Ausbauvariante. Das Schwimmbad soll gleich nach der politischen Sommerpause des Parlaments Anfang September auf der Tagesordnung stehen. Mit Entscheidungsfindung und europaweiter Ausschreibung gehen noch einige Jahre ins Land. „Baubeginn wird nicht von 2019/20 sein“, sind sich Weidner und Gutheil einig.

„Riesenproblem mit Elektrolyseanlage“

Unterdessen bereite der laufende Betrieb des Heloponte zunehmend Sorgen. „Die Technik ist in die Jahre gekommen, das Dach ist unter ständiger Überwachung durch den Statiker“, skizziert Weidner den Zustand des 1977 für knapp 20 Millionen Mark erbauten Bades.

„Derzeit haben wir ein Riesenproblem mit der Elektrolyseanlage“, berichtet Kämmerer Gutheil. Sie bereitet normalerweise nachts das Badewasser auf. Weil aber Zellen heiß laufen, wird sie nur tagsüber unter Kontrolle betrieben. Bei einer neuen Anlage stünden Kosten in Höhe von 75000 Euro ins Haus. Sie könne aber in einem neuen Schwimmbad wieder verwendet werden.

Von Conny Höhne

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