FDP wirbelt mit Umfrageaktion bei Wildunger Privathaushalten Staub um ein altes Thema auf

Neue Diskussion um Herkules-Umzug

Bad Wildungen - „Wir für Wildungen“ übergibt heute Abend eine Unterschriftenliste zum Heloponte an den Bürgermeister. Bürger fragen? Können wir auch, dachte die FDP und verteilte zum Thema Herkules-Umzug einen Fragebogen an die Wildunger Haushalte.

„Herkules möchte gern in die alte Molkerei ziehen und sein Sortiment vergrößern“, heißt es im Flugblatt, das zwei Antworten ermöglicht: „Ich möchte, dass Herkules umzieht und sein Sortiment ausweitet“ oder „Ich möchte, dass Herkules am Standort bleibt.“

Das wirbelt Staub auf. Theo Charalampidis (FDP) wurde auf der Terrasse einer Eisdiele gestern prompt von Heinz Willy Mainz (Linke) angesprochen. Während der Liberale sicher ist, dass eine Mehrheit der Wildunger es so sieht wie seine Partei (Lasst den Herkules an die Itzel ziehen und sein Sortiment vergrößern), hielt Mainz dagegen: Der Herkules wird am aktuellen Standort benötigt für die Bürger, die in den Siedlungen entlang der Odershäuser Straße wohnen und zu Fuß einkaufen müssen.

Die Linke bezog zudem in einer Pressemitteilung Stellung gegen den Vorstoß: „...ein Thema, das nicht zur Debatte steht“, schreiben Mainz und Regina Preysing für den Ortsverband. Die FDP solle sich lieber für Wirtschaftsentwicklung in der Innenstadt einsetzen, statt Klientelpolitik für die Itzel-Grundeigentümer zu betreiben.

CDU-Fraktionschef Oliver Syring reagierte ebenfalls. Er ärgert sich über polemische Zusätze in der FDP-Umfrage, in denen etwa von der „ominösen Wildunger Liste“ an der Itzel die Rede ist. Ominös sei sie keineswegs, sondern 2009 mit den Stimmen der FDP verabschiedet worden. „Wir sollten die Liste durchforsten, ob sie so ausgedehnt bestehen bleibt“, fordert Syring und fügt hinzu, dass eine Immobilie seines Vaters an der Itzel wegen der strengen Regeln seit Längerem leer stehe.

Die Liste lässt nur „innenstadtverträgliche Sortimente“ für Um- und Neuansiedlungen an der Itzel zu. Während aber das Dänische Bettenlager mit seinem innenstadtrelevanten Angebot habe wechseln dürfen, werde etwa der Metzgerei an der Itzel der Umzug um wenige Meter wegen der Liste verwehrt, geißelt Syring Ungleichbehandlung. Dabei gibt es in der Kernstadt kein eigenständiges Metzgergeschäft mehr. Auch die Backwerkstatt könne man in die Reihe einordnen, trotz ihres Schwerpunktes auf dem gastronomischen Angebot, meint er.

Ebenso wenig akzeptiert Syring einen weiteren Seitenhieb in der FDP-Umfrage, der die Ideen von SPD und CDU zum Grundstück Brunnenallee 1 ablehnt. Er verteidigt sie: „Es ist ein topfebenes Areal, auf dem sich ein Vollversorger wie Herkules oder Rewe mit kleinen Geschäften ansiedeln könnte, wenn die Nationalparkverwaltung in den Bahnhof zöge.“

Schließlich glaubt Syring - anders als die FDP - nicht daran, dass Herkules an der Itzel auf Textil- und Elektroartikel verzichten würde, damit die Wildunger Innenstadt geschont wird: „Schauen Sie sich den Markt in Fritzlar an.“

Von Matthias Schuldt

Kommentare