Magistrat auf Antrag der CDU mit umfassenden Prüfpaket zu Nutzung und Vermarktung beauftragt

Neue Strategie beim Kurhaus

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Die Kosten für eine Wiederinbetriebnahme des Kurhauses könnten aus Sicht der CDU durch den Verkauf der städtischen Immobilie Brunnenallee 1 finanziert werden.Foto: Höhne

Bad Wildungen - Der Magistrat soll ein umfassendes Konzept zur Wiederinbetriebnahme des Kurhaushauptgebäudes mit Veranstaltungssälen und Tiefgarage erarbeiten. Das beschloss das Stadtparlament auf Antrag der CDU-Fraktion. Ergebnisse werden in der Februar-Sitzung erwartet.

Ein umfangreiches Prüfpaket hatte die Union geschnürt (siehe WLZ vom 29. August: „CDU will Kurhaus wieder öffnen“). Die Kernpunkte: Beide Säle sollen den Bürgern zur Verfügung stehen, Vermietung von Teilflächen ist erwünscht. Tourist-Info und Staatsbad-Verwaltung sollen in das Gebäude in der Langemarckstraße ziehen, der Umzug weiterer Einrichtungen wird angestrebt. - Das alles soll möglichst ohne aufwendige Umbauarbeiten erfolgen.

„Leidensgeschichte begann schon in 2001“

Ferner regt die CDU an, Teile des Areals für touristische Zwecke zu verkaufen. Für ein rechtssicheres europaweites Verfahren soll der Magistrat einen Entwurf vorbereiten. Um die Kosten für eine Wiederinbetriebnahme des Kurhauses zu finanzieren, wird der Verkauf der städtischen Immobilie Brunnenallee 1 (Staatsbad/Tourist-Info) erwogen. Den möglichen Verkaufserlös soll der Magistrat ebenfalls ermitteln. „Die Leidensgeschichte des Kurhauses begann schon in 2001 mit der Kommunalisierung des Staatsbades“, blickte Marc Vaupe (CDU) bei der Erläuterung des Antrags zurück. „Wir haben es bis jetzt nicht hinbekommen, das Kurhaus in eine vernünftige Vermarktung zu bringen.“

Voll hinter dem CDU-Antrag stand FWG-Sprecher Dr. Hans Schultheis. „Immer nur „Nein sagen“ bringt uns nicht weiter,“ sagte er mit Blick auf „die Bedenkenträger“. Ein Angesprochener - Walter Mombrei (SPD) - zeigte sich nicht abgeneigt. „Wir müssen neue Nutzungen finden für das Gesamtgebäude und die Säle.“ Das dürfe jedoch nicht zu einem steigenden Defizit führen.

Jürgen Graul (parteilos) hatte ein weiteres Großprojekt im Focus. „Der Heloponte-Neubau hat ganz klar Priorität.“ Graul warnte davor, die Tourist-Info an den Stadtrand auszulagern. „Sie muss in der Mitte der Stadt angeordnet werden.“

Ausschuss berät über Tiefgarage

Der Prüfantrag der CDU wurde beschlossen. Im Dezember wollte die Union bereits das Ergebnis auf dem Tisch haben. Angesichts der anstehenden Haushaltsaufstellung sei ein so umfangreicher Arbeitsauftrag keineswegs zu schaffen, stellte Bürgermeister Volker Zimmermann klar. Das wollte Vaupel so nicht akzeptieren. „Das Kurhaus schlummert seit 14 Jahren, und es gibt akuten Handlungsbedarf.“ Am Ende einigte sich das Parlament unter dem Vorsitz von Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki auf eine Vorlage in der Sitzung Anfang Februar.

Unter einem weiteren Tagesordnungspunkt informierte Bauamtsleiter Klaus Weidner über die Ergebnisse einer Kostenschätzung für die Wiederinbetriebnahme der Tiefgarage des Kurhauses, aufgestellt von einem Bad Wildunger Architektenbüro. Es kommt auf Gesamtkosten in Höhe von rund 1,146 Millionen Euro. Das Sanierungskonzept wurde ohne Diskussion zur weiteren Beratung an den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Von Conny Höhne

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