ConSolaris-Geschäftsführer Axel Bänsch über Strategien der Zukunft

Neue Wege bei Sonne und Wind

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Walter Quecke, Karl Stracke und Karl-Heinz Höhle interessieren sich für den Motor des Elektroautos Renault Kangoo. Viktor Pilz (vorn links) erklärt, dass der Motor und das Getriebe unter den Kühlakkus liegen.Fotos: Sabine Degenhardt

Edertal-Bergheim - Zahlreiche Besucher informierten sich beim Tag der offenen Tür bei ConSolaris über erneuerbare Energien. Ein breit gefächertes Angebot erwartete die Interessierten. 15 Aussteller präsentierten in Bergheim ihre Produkte, erläuterten neben grundlegenden Informationen auch die Einsatz- und Anwendungsmöglichkeiten.

Ein Niestetaler Unternehmen aus der Solarbranche stellte seine neueste Entwicklung vor, den Sunny Home Manager. Dieser kleine Energiemanager misst die Energieflüsse im Haushalt und visualisiert diese im Internet. Selbständig nutzt er die Zeit, wenn die Photovoltaik-anlage eine hohe Leistung erbringt, und schaltet die Verbraucher intelligent zu. Er optimiert somit den Eigenstromverbrauch.

Ein Vertragspartner von ConSolaris bietet Service und Wartung für Photovoltaikanlagen (PV) an. Dazu erklärte Gerhard Horn die Messgeräte, mit denen PV-Anlagen überprüft werden. „Wir können damit feststellen, ob die Leistungsfähigkeit der Module noch gegeben ist“, informierte Horn. Ein Göttinger Unternehmen präsentierte eineE-Zapfsäule, an der zum Beispiel das Segway, ein elektrisch angetriebenes „Einpersonen-Transportmittel“, angeschlossen werden kann.

Wer noch nie mit einem Segway gefahren war, konnte dies beim Tag der offenen Tür nachholen. Viele nutzten spontan die Gelegenheit und drehten einige Runden auf dem Übungs-Parcours. Die Elektrofahrzeuge von ?Renault, darunter auch der kleine Twizy, wurden bestaunt und luden zur Probefahrt ein. An beiden Tagen ergänzten Vorträge über Photovoltaik, Energiemanagement, „Sonnenbatterie“, Kleinwindkraftanlagen, das „SonnenEnergieHaus“ oder das Blockheizkraftwerk „Dachs“ das umfangreiche Programm im Hause ConSolaris. (sb)

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Kürzung der Solarförderung für das Edertaler Unternehmen ConSolaris? Das beantwortet Geschäftsführer Axel Bänsch in einem Gespräch mit WLZ-FZ.

Edertal. „Die Kürzung betrifft natürlich auch uns. Die PV-Aufträge sind deutlich weniger geworden. Wir müssen uns jetzt spezialisieren“, kündigt Bänsch an. Es gehe heute weniger darum, den erzeugten Strom in öffentliche Netze einzuspeisen, sondern ihn im Haus selbst zu nutzen, um damit weniger teuren Strom einkaufen zu müssen.

Strom für die Heizung

„Durch diese Einsparung wird wieder eine Wirtschaftlichkeit ermöglicht. Und das mit steigender Tendenz durch weitere Steigerung der Strompreise“, folgert der Unternehmer. In Bezug auf Direktvermarktung habe ConSolaris inzwischen mehrere Projekte mit Kommunen in Thüringen in Planung. Dort wollen Betriebe und Hausbesitzer sich selbst direkt vermarkten. „Außerdem wollen wir mit verschiedenen Energieversorgern zusammenarbeiten, und es bestehen Kontakte in das Ausland“, skizziert der Geschäftsführer das weitere Engagement der Firma.

Bisher war die Photovoltaik ein Selbstläufer. „Neue Wege gehen und uns weiterentwickeln, ist nun ganz wichtig.“ Eine Kooperation sei das Edertaler Unternehmen bereits mit einer Baunataler Firma eingegangen, die mit dem Institut für Umwelt eng zusammenarbeite und Häuser für Selbstversorger baue, in denen eine Photovoltaikanlage den Strom für das Gebäude erzeugt - unter anderem auch für die Heizung. Kleinwindkraftanlagen als stark wachsender Bereich sollen ein zusätzliches Standbein für ConSolaris werden. „Als Großhändler beliefern wir für einen spanischen Windkraftanlagenhersteller die Fachbetriebe vor Ort deutschlandweit“, erläutert Bänsch.

Auch der Heizungsbau sei noch ausbaufähig. Hier setzt der Geschäftsführer auf eine Kooperation mit einer Briloner Firma. In Olsberg werde derzeit eine gemeinsame Dauerausstellung aufgebaut, um die unterschiedlichen Möglichkeiten der Energieerzeugung anschaulich zu präsentieren.

Optimistisch in die Zukunft

Bänsch: „Unter dem Eindruck der starken Veränderung im PV-Markt waren auch wir gezwungen, unsere Personalstärke anzupassen.“ Erfreulicherweise kam es im Bereich Service, der ausgebaut wird, zu einer Neueinstellung, so der Edertaler. „Wir blicken der Zukunft positiv entgegen, da wir davon überzeugt sind, dass wir uns den neuen Marktanforderungen gut stellen.“ (sb)

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