Gymnasium startet 2013 Kurskorrektur ohne Parallelangebot

Zum neuen Schuljahr zurück zu G9

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Das Gymnasium kehrt zu G9 zurück, unbeeinträchtigt davon gehen die Bauarbeiten am Schulgebäude (im Bild der naturwissenschaftliche Trakt) weiter voran.

Bad Wildungen - Als Pionier in der Wal­deck-Frankenberger Schullandschaft mit G8 gestartet ist das verkürzte Abitur am Gustav-Stresemann-Gymnasium wieder ein Auslaufmodell.

„Wir kehren wieder zu G9 zurück“, kündigte Schulleiterin Dagmar Ipach an und zwar zum nächstmöglichen Termin. Das ist das Schuljahr 2013/14. „Der Elternwille ist eindeutig“, reagierte die Direktorin auf Befragungen.

Mit individueller Förderung soll Schülern aber auch der schnellere Durchgang durch das Gymnasium in acht Jahren ermöglicht werden. „Das WIE hängt von den noch ausstehenden endgültigen Entscheidungen im Kultusministerium ab“, kommentiert Ipach. „Die Möglichkeit, eine Klasse zu überspringen, bestand aber schon immer“, ergänzt René Beigang.

Eine Abstimmung über G8/G9 sei bei hessischen Gymnasien erst nach der Gesetzesänderung im Januar 2013 möglich. Das erarbeitete Konzept G9 werde zunächst in der Schulentwicklungsgruppe beraten, anschließend in der Gesamtkonferenz und werde Ende Januar an das Kultusministerium geschickt.

Ganztagsangebot bleibt erhalten

Mit der Kurskorrektur von G8 auf G9 sei nicht das Ende des Nachmittagsunterrichts eingeläutet, stellt die Schulleiterin klar. Zwar sei der Unterricht am Nachmittag für G9 keine Pflicht mehr, aber „das bestehende Ganztagsangebot wird trotzdem erhalten“.

Durch die breit angelegte Profilbildung mit Sport- und Musikklasse, bilingualem Zug, Certi Lingua, ECDL-Prüfzentrum, Begabtenförderung und Sprachförderung der Schüler mit Migrationshintergrund bleibe es bei der intensiven Nachmittagsbetreuung und dem umfangreichen Förderangebot.

Ausgerichtet auf das verkürzte Abitur wurden bereits Doppelstunden eingeführt und bis zu 55 Förderkurse pro Woche angeboten, die von Oberschülern geleitet werden. Eine tägliche Hausaufgaben- und Spiele-Betreuung unter der Leitung von zwei Erwachsenen wurde organisiert. Förderangebote für Kinder ohne Deutschkenntnisse, Kurse für begabte und leistungsschwächere Kinder - auch in den Ferien - ergänzen das Angebot. Viele Wahlangebote unterstützen selbst gesteuertes Lernen und werden zunehmend auch in den Pflichtunterricht integriert.

Außerdem setzt das GSG auf Bewegung: Sockensport vor der ersten Stunde und in der Mittagspause, 22 Stunden Sport im zusätzlichen Wahlangebot und Sport-Leistungskurse an der „bewegten Schule“.

Laut Schulsprecher Sebastian Vockert möchte die große Mehrzahl der Schüler gern zu G9 zurückkehren.

Nach einer Befragung der Schulleitung würden von 93 Schülern des Jahrgangs fünf nur zwei in G8 bleiben, von 99 im Jahrgang sechs nur fünf Jungen und Mädchen. Ähnlich deutliche Zahlen ergab eine Elternbefragung. Ipach: „Das bedeutet für uns das ,Aus’ für das Parallel­angebot. Es bedeutet aber leider für unsere jetzigen Fünfer- und Sechser-Klassen, dass sie nicht zu G9 zurückkehren dürfen.“ Es sei denn, das Ministerium treffe eine andere Entscheidung.

In diesem Jahr baute der erste G8-Jahrgang am GSG sein Abitur - zusammen mit den G9-Absolventen wurde ein Doppel-Jahrgang entlassen. Ähnliche Koordinationsprobleme, die dies verursachte, werden nach der Rückkehr zu G9 erwartet. Dann gibt es ein Jahr keinen Abitur-Jahrgang. „Was machen wir, wenn wir einen Null-Jahrgang haben?“, fragt sich die Schulgemeinde. Ipach: „Mit anderen Schulen zusammenarbeiten - das wird dann eine luxuriöse Gruppe.“

Im Jahr 2020 baut der letzte G8-Jahrgang am GSG sein Abitur. Nach Einschätzung von Lehrer Beigang überwiegen bei der Kehrtwende zum bisherigen Abi die Vorteile: „Wir hoffen auf Entspannung, weil G8 kaum Zeit lässt für andere Aktivitäten.“ Und die Schule mit derzeit 760 Schülern verspricht sich steigende Zahlen. „Beim Schulwechsel wurde nicht mehr das Gymnasium gewählt, sondern nur noch G8 oder G9“, weiß Ipach.

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