Hof Reddehas im Ortskern ist Vorzeigeprojekt der Dorferneuerung in Höringhausen

Ein neuer Stern am Himmelreich

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Waldeck - Höringhausen - Ein landwirtschaftliches Gehöft im Ortskern wird dank der Dorferneuerung zu einem Schmuckstück. Über 100000 Euro an förderfähigen Kosten hat Friedhelm Reddehas in Sanierung und Umbau von Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude investiert.

Die Vorfahren des Bauherrn waren allesamt Landwirte, die das 1914 errichtete Haus mit Nebengebäuden Zug um Zug erweiterten. Der heutige Besitzer ist Metallbauschlosser, die Landwirtschaft ist längst aufgegeben.

Der stattliche Hof in der Straße Himmelreich - direkt gegenüber dem ehemaligen Hofgut - gelangt jedoch dank der Dorferneuerung zu neuer Blüte. Die marode Fassade mit massivem Sockelgeschoss wurde 2007 saniert. Bei der Fachwerksanierung des heute 98 Jahre alten Gemäuers wurden Eichenholz und Kalkputz verwendet. Heimische Firmen haben das markante Gebäude zu einem Juwel herausgeputzt.

Nach der Fassade ging es weiter an den Innenausbau. Zug um Zug wurde das Wohnhaus funktioneller umgestaltet und mit fachwerkverträglichen Materialien und Techniken ausgebaut. "Alles altengerecht", sagt der 53-jährige Hausherr, der mit seiner Lebensgefährtin in dem sanierten Familienstammsitz wohnen will.

Abgeschlossen sind die Investitionen jedoch längst noch nicht. "Als nächstes ist die Heizung dran", sagt der Bauherr. "Die ist noch aus dem Jahr 1977." Der Einbau eines neuen Brennstoffkessels für Pellets und Scheitholz ist geplant. Finanziert werde dies allein aus eigenem Etat, weil diese Investition nicht als förderfähig anerkannt wird.

"Charakter erhalten"

Rundum zufrieden zeigt sich Architektin Antje Relke-Paul mit dem neuen "Stern" im Himmelreich. "Der Hof wurde fachmännisch und mit Eigenleistung saniert und ist als Positivbeispiel im Rahmen der Dorferneuerung hervorzuheben."

Durch die Dorferneuerung sollen die Vielfalt dörflicher Lebensformen und das bau- und kulturgeschichtliche Erbe der heimischen Dörfer auch im Hinblick auf die erwarteten Veränderungen durch den Bevölkerungsrückgang bewahrt und die Lebensqualität weiterentwickelt werden, erläutert Matthias Görge, Stabsstelle ländlicher Raum der Dorf- und Regionalentwicklung beim Landkreis Waldeck-Frankenberg. "Der Charakter der historischen Ortskerne soll erhalten und gestärkt werden."

Ortsvorsteher Uwe Wagner und der Leiter des Arbeitskreises Dorferneuerung, Peter Trietsch, freuen sich, dass die Dorferneuerung bereits deutliche Spuren in Höringhausen hinterlassen habe. Und das sowohl im privaten als auch im kommunalen Bereich.

"Jetzt geht’s am Hofgut weiter", kündigt Martin Tepel vom städtischen Bauamt die Fortführung des kommunalen Großprojekts an. In zentraler Lage ist ein Dorfplatz geplant, der durch einen Zufallsfund an Attraktivität gewinnt. "Wir haben einen Brunnen entdeckt, der ganz neue Perspektiven eröffnet", freut sich Ortsvorsteher Wagner. (höh)

Hintergrund

Private Bauherren haben im Rahmen der Dorferneuerung in Höringhausen bislang 18 Projekte beantragt, die förderfähigen Kosten belaufen sich auf 585 000 Euro. An Zuschüssen flossen 175 000 Euro. Besitzer von Häusern im Geltungsbereich, die an Fassaden- oder Dachsanierung denken, Fenster oder Türen austauschen wollen, Um- und Ausbauten planen, haben nicht mehr lange Zeit, wenn sie auf Landesförderung setzen. „Anträge zur Dorferneuerung werden noch bis 30. September 2013 entgegengenommen“, informiert Architektin Antje Relke-Paul. „Die förderfähigen Kosten müssen mindestens bei 3000 Euro liegen, der Zuschuss beträgt maximal 30 Prozent.“ Beim Beratungsbüro Zimmer+Paul (Kontakt: Tel. 05621/9694490) erhalten Interessenten eine kostenfreie Grundberatung. (höh)

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