Bad Wildungen

Neujahrskonzert bietet großartige Musik

- Bad Wildungen. Die Besucher des Neujahrskonzertes mit 50 exzellenten Musikern der „Virtuosi Brunensis“ erlebten Siegfried Heinrich in bester ­Dirigierlaune.Das Publikum hörte am Samstagabend in der Wandelhalle Werke von Händel, Bach, Bruch, Smetana und Mozart. Für Bad Wildungen ein besonderes Musikereignis, wenn ein so brillantes und großes Orchester mit einem anspruchsvollen Programm zu Gast ist.

Trotzdem, der Besuch fiel mäßig aus, auch wenn es immerhin gut doppelt so viele Zuhörer wie beim Neujahrskonzert des gleichen Ensembles im vergangenen Jahr im Kurhaus waren, als nur knapp 60 gezählt wurden. Am Anfang des Konzertes stand Georg Friedrich Händels Orgelkonzert d-Moll, ein besinnliches Werk, eines von 16 Händel-Orgelkonzerten, das der Komponist während seiner Zeit in London im Covent Garden oft selbst aufgeführt hat. Dirigiert wurde das Werk mit Jens Amend an der Orgel in der Wandelhalle vom jungen Nachwuchsdirigenten Bernd Fischer (Mainz), der seiner Aufgabe am Pult durchaus gewachsen war, zumal Organist und Orchester seinem Dirigat gerne folgten. Für den erkrankten angekündigten Bass sang Andreas Czerney die Arie „Erleucht auch meine finstre Sinne, erleuchte mein Herze..“ aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium; mit seiner gepflegten, voll tönenden Stimme war er keinesfalls „Ersatz“; die späteren Papageno-Lieder, auch die Zugabe nach langem, lautem Applaus „Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ gelangen dem Bassisten ganz hervorragend. Weiter auf dem Programm der Tanz der Komödianten aus der Oper „Die verkaufte Braut“ von Bedrˇich Smetana, eine Herausforderung für den Dirigenten Siegfried Heinrich und sein Orchester. Absoluter Höhepunkt des Konzertes war das Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll von Max Bruch.Hier brillierte die junge charmante Geigerin Laura Zarina auf ihrer wohlklingenden Violine. Siegfried Heinrich am Pult gelang es souverän und bestimmt, das weiche Holz, das strahlende Blech und die schmeichelnden Streicher mit dem Spiel der herausragenden Solistin zusammenzuführen und so das Werk zu einem großartigen Hörgenuss zu gestalten. Dafür und vor allem für Laura Zarina und ihr virtuoses Geigenspiel gab es stürmischen Applaus und von der Künstlerin eine Zugabe, ­deren Werksname und Komponist leider nicht genannt wurden.(Von Werner Senzel)

Mehr in der WLZ vom 18. Januar 2010

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