Bürgermeister drängt bei Heloponte auf Grundsatzentscheidung

Nicht baden gehen mit dem Bad

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Beim Schwimmbad ist noch lange nichts in trockenen Tüchern, aber noch in diesem Jahr soll feststehen, ob ein Neubau oder eine Sanierung angestrebt wird.

Bad Wildungen - Noch in diesem Jahr soll endgültig feststehen, wohin bei der Wildunger Freizeitanlage Heloponte die Reise gehen soll - Neubau oder Sanierung. In der Stadtverordnetenversammlung drängte Bürgermeister Volker Zimmermann auf eine Grundsatzentscheidung, da erhebliche Investitionen in dem laufenden Betrieb anstehen.

Die Begründung des Beschlussvorschlags löste zu Beginn der öffentlichen Sitzung jedoch Irritationen aus. Darin wird ausführlich der dringende Sanierungsbedarf an der 35 Jahre alten Dachkonstruktion des Hallenbades dargestellt. „Das hat uns die Sprache verschlagen“, wetterte der unabhängige Abgeordnete Klaus Micino. Der Stadtverordnete, der auch federführend in der Initiativgruppe für die Sanierung von Riesenrutsche und Eisbahn mitwirkt, befürchtete gleich das nächste Groschengrab im Heloponte.

Dabei ist diese Schwachstelle schon hinlänglich bekannt. Denn die 1977/78 eingebauten Leimbinder wurden in ihrer gesamten Lebenszeit hinsichtlich der Rissbildung saniert.

Seit dem folgenschweren Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall im Januar 2006 wird das Wildunger Bad wegen seiner ähnlichen Dachkonstruktion regelmäßig überprüft. Dabei wurden relevante Schädigungen festgestellt, die auch dazu führten, dass die Schneelast im Winter begrenzt werden muss.

Eine grundlegende Sanierung hängt jedoch davon ab, ob die Freizeitanlage abgerissen oder aber saniert wird. Im Klartext: Bei einem Abriss, wie vom Runden Tisch Heloponte empfohlen, wird nur noch das Notwendigste investiert, um den Betrieb bis zur Einweihung eines neuen Bades zu gewährleisten. Wird das Heloponte aber an Ort und Stelle rundum ertüchtigt, müssen die Leimbinder aufwändig repariert werden und könnten dann weitere 25 bis 30 Jahre halten.

„Nach wie vor haben wir erheblichen Handlungsbedarf an den Leimbindern“, erläuterte Bürgermeister Zimmermann. „Deswegen brauchen wir den Grundsatzbeschluss, damit es bis zum Neubau entsprechend hält.“ Dieser vagen Absichtserklärung stimmten die Stadtverordneten dann auch zu. Einstimmig, bei drei Enthaltungen, wurde der von Dr. Edgar Schmal (CDU) formulierte Änderungsantrag beschlossen. Er sieht vor, dass der Magistrat bis zum 31. August eine entscheidungsfähige Vorlage in die Stadtverordnetenversammlung einbringen soll. „Wenn die vorliegt, steht dem Grundsatzbeschluss nichts mehr im Wege“, kommentierte der Christdemokrat.

Bürgermeister Zimmermann akzeptierte mit einer Portion Skepsis: „Die Zeitschiene ist etwas knapp, denn es kommt auch noch der private Investor dazu.“

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