Diskussion um Kunst im Parlament

„Nike“ soll auf Dauer bleiben

Bad Wildungen - „Eintönig, einfallslos und langweilig, grau in grau.“ In niederschmetternden Adjektiven beschrieb Renate Faber (CDU) im Parlament den Vorplatz der Wandelhalle.

Ihm fehle ein „Eyecatcher“, ein Blickfang, meinte die Abgeordnete. Um den Platz zu beleben, schlug sie im Namen ihrer Fraktion vor, dass die Stadt Frank Wackerbarths Skulptur „Nike“ ankaufen oder als Dauerleihgabe fest vor der Wandelhalle installieren solle. Dort hatte die meterhohe Aluminiumstatue der beflügelten Siegesgöttin kürzlich gestanden für die Zeit der Wackerbarth’schen Werkschau im Quellenmuseum.

International anerkannter Wildunger Künstler

Renate Faber hat sich damals eine Stunde lang vor die Wandelhalle gesetzt und die Reaktion des Publikums auf die Skulptur beobachtet: „Jeder ging darauf zu. Die Leute unterhielten sich über sie, klopften an ihr, um das Material festzustellen und ließen sich mit der Skulptur fotografieren.“

Frank Wackerbarth sei der einzige international anerkannte Wildunger Künstler und es sei deshalb richtig, wenigstens eines seiner Werke öffentlich in der Heimatstadt zu zeigen.

Renate Faber verwies auf die Regelung „Kunst am Bau“, mit der sich der Bund und viele Bundesländer verpflichten, ein Prozent der Baukosten von Gebäuden in Kunst an diesen Immobilien zu investieren. Manche Großstädte haben das für sich bereits übernommen.

Veranstaltungen wie die Direktvermarktermesse würden durch die Statue auf dem Vorplatz nicht beeinträchtigt, ist Faber überzeugt. Sie seien trotz des Mosaikbrunnens („über dessen Verbleib ich gerne etwas erfahren würde“) auch vor dem Umbau der Wandelhalle möglich gewesen.

Sponsoren gewinnen

Für die Finanzierung eines möglichen Ankaufs der „Nike“ will die CDU Sponsoren gewinnen.

Auf Widerstand stieß die Union mit ihrer Idee bei den übrigen Stadtverordneten keinesfalls. Der Antrag wurde trotzdem nicht beschlossen, denn Günther Schöke (SPD) verwies auf einen Antrag der CDU aus dem Juli. Das Parlament hatte damals eingewilligt, ein Konzept für die Präsentation von Kunst unter freiem Himmel in der Stadt ausarbeiten zu lassen.

Die Arbeit daran soll demnächst im Kulturausschuss beginnen. „In diesem Rahmen können wir darüber beraten, wie wir mit der ‚Nike‘ verfahren“, meinte Schöke.

Alle Fraktionen inklusive CDU schlossen sich an. Nun ist der Ausschuss am Zug.(su/jg/ld)

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