Sieben Rettungsstationen am Edersee in Edertaler und Waldecker Gemarkung aufgestellt

Im Notfall schnell Hilfe leisten

Edersee - Sieben neue Rettungsstationen am Edersee tragen in Edertaler und Waldecker Gemarkung zur Sicherheit der Badegäste bei. Informationshinweise mahnen zur Vorsicht in dem Freigewässer und geben Tipps zur Rettung.

Rettungsring und eine 30 Meter lange Leine verbergen sich unter den leuchtend roten Stationen, die bei Notfällen geöffnet werden können. Aufgestellt wurden die Stationen überall dort, wo gern gebadet wird: in Edertal am Rehbach-Strand, an der Endstation in Bringhausen und auf der Badewiese Mellbach, auf Waldecker Gemarkung am Bittelsweg (Sachsenhäuser Strandbad), auf der Liegewiese Scheid, am Westufer Scheid und im Strandbad West. „Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion der Ederseegemeinden“, sagt Waldecks Ordnungsamtsleiterin Hiltrud Deimel. Umgesetzt wurde es zunächst nur in Waldeck und Edertal, die Gemeinde Vöhl ist nicht mit im Boot. Deimel: „Die Anregung kam von der Wasserschutzpolizei und wurde von der DLRG unterstützt.“ Gerd Paulus hatte die Idee von Surflehrer Lars Kreh und weiteren Wassersportlern gern aufgegriffen mit dem Ziel, ein Stück mehr Sicherheit zu bieten. „Der Edersee ist ein offenes Gewässer und birgt auch Gefahren – das ist ganz anders als im Schwimmbad.“ Die Rettungsstationen sind deswegen auch mit Sicherheitshinweisen versehen. „Überschätzen Sie sich nicht“, heißt es mahnend mit Blick auf die Dimensionen des Gewässers. Bis zu 1000 Meter breit und 42 Meter tief ist der See, und Schwimmer können von Bootsführern leicht übersehen werden. Zudem drohen Scherben und Angelhaken im Uferbereich. Allgemeine Baderegeln („Gut abkühlen“, „Nicht zu viel essen“) sind ebenso enthalten wie Verhaltenstipps bei der Rettung Ertrinkender, Maßnahmen gegen Unterkühlung oder wichtige Nummern – von Notruf (112), der Wasserschutzpolizei (05623/5437) und der DLRG-Station (05623/5452). „Ehrenamtliche Kräfte wie Feuerwehr und DLRG leisten sehr gute Arbeit, aber sie können nicht überall vor Ort sein“, gibt Paulus zu bedenken. Die Rettungsstationen seien Mosaik­steine für mehr Sicherheit am Edersee. Die Hinweistexte haben sich nach Ansicht von Edertals Bürgermeister Klaus Gier bereits bewährt. „Viele Badegäste sehen sich die Stationen an und lesen sich die Informationen zu Rettungsmaßnahmen oder Herzdruckmassage genau durch“, beobachtete er bereits. Die Anschaffungskosten von rund 1000 Euro pro Station seien gut angelegtes Geld, bescheinigte auch Waldecks Erster Stadtrat Gerhard Germann. Nicht nur am Edersee, sondern auch für den Diemelsee hat Paulus das Aufstellen von Rettungsstationen angeregt. „Bisher gab es aber noch keine Resonanz.“ Klaus Schultze, Leiter der DLRG-Rettungsstation in Wal­deck, begrüßte die sieben neuen Notfall-Stationen am Edersee. Ehrenamtliche Helfer der DLRG könnten trotz großen Engagements nicht alles Wünschenswerte abdecken. Während die DLRG am Edersee personell noch gut aufgestellt sei, komme es am Diemelsee bereits zu Engpässen beim Wachdienst der Wasserretter. „Es macht sich bemerkbar, dass die Stadt Korbach seit fünf Jahren kein Hallenbad mehr hat – uns fehlt einfach der Nachwuchs.“

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