Seit 2012 bemüht sich das Heiliggeist-Hospital in Fritzlar um neue ärztliche Geburtshilfe, bisher ohne Erfolg

Ohne Nachfolge schließt die Baby-Station

+
Das Heiliggeist-Hospital muss die Geburtshilfe zum Jahresende schließen, finden sich keine Nachfolger.Foto: Luftsportverein Homberg

Fritzlar/Bad Wildungen/Edertal - Schwangere aus Bad Wildungen und Edertal, die stationär entbinden wollen, müssen voraussichtlich ab 2016 noch weitere Wege in Kauf nehmen - bis nach Frankenberg, Korbach, Volkmarsen, Schwalmstadt oder Kassel.

Grund: Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar sucht weiter dringend nach Fachärzten für die Belegabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe. Die bisherigen Ärzte Tatjana Braun und Wolfgang Kersting werden die Abteilung zum Jahresende altersbedingt aufgeben. Sie nehmen dann keine Entbindungen mehr vor, ihre Gemeinschaftspraxis am Krankenhaus wird aber weitergeführt.

Suche nach Interessenten läuft im In- und Ausland

Oberstes Ziel sei es, eine hochqualifizierte Geburtshilfe im Hospital anzubieten, sagte Geschäftsführer Heinrich Gerdes. Seit 2012 beschäftige man sich mit dem Thema, erklärte Karl-Otto Winter, Kuratoriumsvorsitzender.

Er hoffe, in den nächsten Monaten und noch in diesem Jahr Nachfolger für die gynäkologische Abteilung begrüßen zu können. Man suche im In- und Ausland, betonte Gerdes. Bislang allerdings ohne Erfolg. Hauptgrund dafür sei der deutschlandweite Fachärztemangel in ländlichen Regionen. Man sei nicht nur aktiv auf Personalsuche, sondern prüfe auch Alternativen wie beispielsweise Kooperationen mit Kliniken in der Umgebung.

„Bis Ende 2015 können Schwangere auch weiterhin bei uns ihre Kinder zur Welt bringen und sich natürlich auf eine bestmögliche Versorgung verlassen“, so Gerdes.

Falls es am Jahresende zur Schließung der Abteilung kommen werde, stünden Schwangeren aus Fritzlar Kliniken im Umkreis von rund 30 Kilometern zur Verfügung. Die derzeit im Bereich Gynäkologie/Geburtshilfe tätigen Krankenschwestern würden bei einer Schließung weiterbeschäftigt. Mit mehr als 500 Geburten im Jahr arbeite die Abteilung sehr effizient.

Der ärztliche Direktor, Dr. Carsten Bismarck, sprach von einer kritischen Situation. Der Verlust der Abteilung wäre auch ein Verlust der Identität des Hospitals.

Bismarck betonte, dass es durchaus noch Hoffnung gebe und man vorsichtig optimistisch sein dürfe.

Von Maya Yüce

Kommentare