Freienhagen

"Orgelbauers Willi, vertell uns moh wat"

- Waldeck-Freienhagen (höh). Wenn „Orgelbauers Willi“ in die Grundschule kommt, wird „Platt“ gesprochen. Die Mädchen und Jungen der Dialekt-AG fiebern immer dem ganz besonderen Unterricht entgegen.

Vor der Kür kommt die Pflicht, da ist Dialekt-Kenner Willi Martin eisern. Am Anfang jeder Unterrichtsstunde der Platt-AG wird am Wortschatz gefeilt. Die Dritt- und Viertklässler lernen, dass Birne „Bäre“ heißt, Gemüse zum „Gemäuse“ wird und das Brot zum „Braut“. Für einige ist das nicht neu. „Ich spreche mit meiner Oma Platt“, sagt Lucie. Ähnlich ist es auch bei Mitschülern. „Meist sprechen nur die Großeltern Dialekt, und die Eltern der Schüler können es gar nicht mehr richtig“, beobachtet Willi Martin in seinem Heimatort. Der Nachwuchs dagegen wächst „zweisprachig“ auf, dank der Arbeitsgemeinschaft. Wörter in Hochdeutsch und „Friggenhägener“ Dialekt werden vorgelesen, und es wird laut und deutlich gezählt, von „eine“ bis „teine“. Bei der Aussprache korrigiert „de Lährer“, und nach dem Vokabeltraining wird das Erlernte in Rollenspielen geübt. Da erzählen sich Jungen und Mädchen „vör der Schaule“ lustige Anekdoten, die sich so oder anders zugetragen haben können. Das ist das Salz in der Suppe jeder Dialektstunde.„Wie wor dät dann fräuher bie di in der Schaule?“ wollen die Mädchen und Jungen neugierig von „Orgelbauers Willi“ wissen. „Vertell uns moh wat“, fordern sie zum Plaudern aus alten Zeiten auf. Mehr lesen Sie in der gedruckten Freitag-Ausgabe der WLZ.

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