Selbach

PFC-Skandal in Nordhessen

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- Waldeck-Selbach (höh). Verunreinigter Dünger auf einer landwirtschaftlichen Fläche ist die Ursache für die erhöhten Konzentrationen an per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) im Reiherbach und dessen Nebengewässern.

Die belastete Fläche ist etwa zehn Hektar groß. „Alle anderen bisher untersuchten Verdachtsflächen im Umfeld zeigten höchstens Spurenbefunde oder waren völlig unbelastet“, teilte Barbara-Maria Birke vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf WLZ-Anfrage mit. „Ob die Fläche die alleinige Ursache für die Belastungen im Reiherbach ist (WLZ berichtete ausführlich), kann noch nicht abschließend beantwortet werden.“

Die industriell hergestellte Chemikalie wird in einer Vielzahl von Produkten verwendet und reichert sich in der Umwelt sowie im menschlichen und tierischen Gewebe an. Per- und polyfluorierte Stoffe stehen in Verdacht, krebserregend zu sein. Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) kündigt weitere Untersuchungen im Umfeld an. Die vom Landesamt entnommenen Proben werden vom Landesbetrieb Landeslabor Hessen in Zusammenarbeit mit dem Technologiezentrum Karlsruhe analysiert.

Im Herbst 2010 sowie im Januar 2011 untersuchte das Landesamt ergänzend Gewässer und Boden am Reiherbach. Das Landeslabor analysierte Sediment, Wasser und Aufwuchs – aber noch keine Fische. Neben dem Ministerium sind auch Regierungspräsidium Kassel und kommunale Vollzugsbehörden eingebunden. Beim Frühjahrsmonitoring 2011 wurde auch der Edersee, in den der Reiherbach mündet, an vier Stellen auf PFC untersucht – das Ergebnis liegt erst in einigen Wochen vor.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 7. Mai.

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