Bad Wildungen

Polizeichef Werner Möller freut sich auf den Ruhestand im Kellerwald

- Bad Wildungen (höh). Wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag tritt der langjährige Leiter der Wildunger Polizeistation in den Ruhestand. Werner Möller wurde in einer Feierstunde am Freitag im Feuerwehrstützpunkt aus dem Dienst verabschiedet.

In seiner 43-jährigen Berufslaufbahn hat der Dodenhäuser alle Sparten der Polizeiarbeit erlebt – von Familienstreitigkeiten über Verkehrsunfälle mit Todesfolgen bis hin zum Morddelikten.

1966 begann er seine Grundausbildung bei der Bereitschaftspolizei Kassel in Zimmersrode. Nach der Ausbildung war er in Frankfurt bei Demonstrationen gegen Autobahn und Startbahn-West, aber auch bei der Fußballweltmeisterschaft eingesetzt und erlebte die 68-er Unruhen hautnah.

1975 kam er erstmals zur Wildunger Polizei und arbeitete nach seiner Ausbildung zum höheren Dienst als Dienstgruppenleiter der Polizeistation Schwalmstadt. „Viel Herzblut“ hat er kurz nach der Wende bei einem Aufbaueinsatz in Mühlhausen investiert. Möller hat auch in Homberg gearbeitet und war für ein knappes halbes Jahr kommissarischer Stationsleiter der Frankenberger Polizei. Seit 2001 war er Stationsleiter in Bad Wildungen.

Möller erlebte den Wechsel mehrerer Uniformen und den Wandel der Organisationsstrukturen der Polizei und begrüßte, dass Anfang der 90er Jahren das Computersystem eingeführt wurde. Besonders betroffen hat den 60-jährigen in diesem Jahr der Suizid eines Kollegen, dem gestern in einer Trauerminute gedacht wurde. „Traurig macht mich auch die Personalsituation bei der Polizei, die sich immer mehr verschärft hat“, bekannte Möller.

Dittmar Knittel, Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, merkte in der Feierstunde im Kreis vieler langjähriger Weggefährten des scheidenden Polizeichefs schmunzelnd an: „Es ist schon ein Ereignis, wenn so ein Landesfürst in den Ruhestand geht.“ Möller habe bei seiner Arbeit immer das Beste für die Mitarbeiter im Blick gehabt. Alles gute im neuen Job wünschte Knittel Möllers Nachfolger Hartmut Ide (Buhlen). Personalratsvorsitzender Horst Vestweber bot dem Ruheständler einen 400-Euro-Job an, wenn er nichts anzufangen wüsste mit seiner Freizeit. Bürgermeister Volker Zimmermann dankte namens der Stadt Bad Wildungen und der Gemeinde Edertal für die geleistete Arbeit zur Sicherheit der Menschen.

Ide, ab 1. August offiziell neuer Polizeichef in Wildungen, würdigte für die 30 Mitarbeiter die Ehrlichkeit und Offenheit des scheidenden Stationsleiters. Er habe bei den Mitarbeitern große Wertschätzung erfahren. Sie schickten ihren Chef gestern für immer in Urlaub – mit Sonnencreme, Mückenschutz und einem nagelneuen Strandkorb, in dem der angehende Ruheständler mit seiner Frau Christine Platz nahm. Mehr lesen Sie in der Printausgabe am Samstag.

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