Bad Wildungen

Prosit aufs Wohl des Wassers

- Bad Wildungen (su). 2004 köpfte Hans-Jürgen Kramer als Landesgartenschau-Geschäftsführer im Rathaus eine Flasche Sekt – allerdings nicht wegen der Gartenschau, sondern er trank auf das Wohl des Wildunger Wassers.

Das hört sich sonderbar an, ist es aber nicht: An jenem Tag wurden Kramer Untersuchungsergebnisse vom „Großen Brunnen“ vorgelegt, dem wichtigsten Trinkwasser-Reservoir der Badestadt: Zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren war der Nitratgehalt im Wasser gesunken. Kramer erntete damit erste Früchte einer Arbeit, die er Ende der 80er-Jahre als Wildunger Umweltbeauftragter gemeinsam mit Landwirten, mit der BKW und den Wasserbehörden begonnen hatte: ein Pilotprojekt für Hessen, eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen den Bauern und der Wasserwirtschaft. Am Donnerstag, dem„Ersten Hessischen Tag der Nachhaltigkeit“, trafen sich alle Beteiligten im Braunauer DGH, um den Erfolg dieser „Wasserkooperation Großer Brunnen“ zu feiern und über die weitere Entwicklung des Projekts zu reden. Der Erfolg hält an und ist mit Zahlen zu greifen, denn der Nitratgehalt im Wasser der Quelle sinkt seit 2004 stetig, die jüngsten Zahlen vom Juli/August bestätigen das. Ende der 1980er-Jahre war die Nitratkonzentration im „Großen Brunnen“ so angestiegen, dass er vor der Schließung stand. „Ein damals üblicher Weg, denn wo man keine genaue Ursache für so eine Verunreinigung ausmachen konnte, gab man die Brunnen auf“, erklärt Roswitha Faulke von der Oberen Wasserbehörde. Bad Wildungen hatte damit ein großes Problem, denn ein vergleichbar ergiebiges Wasservorkommen existierte hier nicht. Die Badestadt hätte sehr teuer vier bis fünf neue Brunnen auf fremdem Grund im Naumburger Graben bohren oder sich fremden Lieferanten anvertrauen müssen. So entwickelte Hans-Jürgen Kramer die Idee, den Brunnen zu sanieren – in Zusammenarbeit mit den Bauern. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Freitag, 24. September 2010.

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