Waldecker Parlament investiert in Schilder und Rastplätze · Nachwehen zum Namen

Radweg bewegt Geld und Gemüter

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- Waldeck (su). Der Radweg zwischen Korbach und Bad Wildungen war einmal mehr Thema in der Waldecker Stadtverordnetenversammlung. Dabei ging es nicht mehr nur um die Namensgebung – obwohl die Diskussion noch Nachwehen zeitigte.

Jürgen Schanner von den Grünen fühlte sich vom Bürgermeister leicht verschaukelt, hielt ihm einen Brief des neuen Edersee-Touristic-Geschäftsführers Claus Günther öffentlich vor. Darin verweise Günther darauf, dass der Waldecker Magistrat in das Verfahren um Logo und Namensgebung eingebunden gewesen sei. Schanners unausgesprochener Vorwurf: Warum wurde dann das Parlament nicht informiert?

Jörg Feldmann parierte: „Es stimmt; der Magistrat hat sich mit dem Logo für den Radweg einverstanden erklärt. Bei der Namensgebung waren wir nicht einbezogen, aber ich finde, dass Sie das Thema hier viel zu hoch kochen.“ Der Bürgermeister bekräftigte damit erneut seine Ansicht, dass eine Diskussion um den Namen „Edersee-Bahnradweg“ nicht das Entscheidende sei, sondern die Tatsache, dass der Weg enorme Möglichkeiten der Vermarktung biete und schon vor dem Bauende viele Radler anziehe.

Dieser Tatsache trugen die Waldecker Stadtverordneten im Zuge der Haushaltsberatungen auf Antrag der FWG einstimmig Rechnung. Weil der Stadtetat ausgeglichen ist und damit plötzlich wieder kleine Spielräume eröffnet, bewilligte das Parlament eine Summe von 20 000 Euro für eigene Investitionen am Radweg. „Hinweisschilder und Rastplätze sollen von diesem Geld eingerichtet werden“, erläuterte FWG-Fraktionsvorsitzender Eberhard Diebel.

Erste Sorgen um den nigelnagelneuen Weg machen sich unterdessen viele Bürger. Zum einen, weil kleine Löcher im Asphalt auftreten und das in größerer Zahl. Zum anderen, weil am Übergang zum Viadukt über die B 251 Risse gesichtet wurden. Der CDU-Stadtverordnete Sven Siedler hatte dazu Anfragen an den Magistrat gerichtet. Er wollte beispielsweise wissen, wie lange die Gewährleistungsfrist beträgt, ob die Schäden amtlich dokumentiert sind, welche Verantwortung die Stadt für den Radweg trägt oder was angedacht ist, um die Mängel zu beheben.

Für die Antworten hatte die Verwaltung Rücksprache mit dem Arolser Amt für Straßen- und Verkehrswesen gehalten, das neuerdings auf den Namen „hessen mobil“ hört. „Die Firmen wurden oder werden zur Mängelbeseitigung aufgefordert“, erklärte der Bürgermeister. Die Gewährleistung laufe über vier Jahre. Die Kommunen entlang der Strecke kümmern sich in Zukunft um die Unterhaltung, schneiden etwa Bäume und Sträucher zurück oder versehen den Winterdienst. Für umfangreiche Reparaturen wie eine neue Decke bleibt der Bund und damit das Arolser Amt zuständig.

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