Ab Sommer wird auf dem Peterskopf gebaut · Beeinträchtigungen bei der Standseilbahn im Jubiläumsjahr

Rascher Ausgleich für 100 Windräder

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Das Oberbecken auf dem Peterskopf wird um 60 Zentimeter erhöht. Die Bauarbeiten beginnen im Sommer und sollen zum Jahresende abgeschlossen sein. Beim Betrieb der Standseilbahn ist in dieser Zeit mit Beeinträchtigungen zu rechnen.

Edertal-Hemfurth-Edersee - Ab Sommer will das Energieunternehmen E.ON das Oberbecken des Pumpspeicherwerks Waldeck 2 auf dem Peterskopf erweitern. Sicher ist: Im Jubiläumsjahr des Edersees ist mit Beeinträchtigungen beim Betrieb der Standseilbahn zu rechnen. Für das rund 200 Millionen Euro teure Kavernenkraftwerk liegen die Pläne nach wie vor auf Eis.

. Prof. Dr. Dominik Godde, Direktor Eon Kraftwerke und verantwortlich für die Wasserkraftaktivitäten von Eon in Deutschland: „Pumpspeicherwerke unterstützen aufgrund ihrer Schnelligkeit, Flexibilität und Speicherfähigkeit die Energiewende, die durch die Zunahme schwankender Strom- einspeisung aus Sonne und Wind geprägt ist.“

Das aktuelle Sechs-Millionen-Euro-Projekt sei ein Beitrag zur Energiewende, merkte Theodoros Reumschüssel, Pressesprecher für die Wasserkraftsparte von Eon Deutschland, an. Die Erhöhung des Oberbeckens bedeute „mehr Power für Ausgleich schwankender Einspeisung aus Sonne und Wind“. Der Wegfall von 100 Windrä-dern könne in Sekunden ausgeglichen werden.

Mit dem erweiterten Fas-sungsvermögen des Oberbe-ckens im Nationalpark Kellerwald-Edersee kann die Anlage noch flexibler eingesetzt werden. Dadurch werden auch längere Einsatzzeiten möglich, um die unvorhersehbaren Änderungen bei der Stromerzeugung durch Wind- und Photovoltaikanlagen noch besser zu kompensieren.

Im Pumpbetrieb kann zudem mehr überschüssiger Strom in Form von Lageenergie des Wassers im Oberbecken gespeichert werden, um die schwankende Stromnachfrage zu decken, erläutert Reumschüssel. Diese Einsatzflexibilität diene auch der Netzstabilität.

„Es geht jetzt umgehend los“, kündigt er an. Noch seien nicht alle Aufträge vergeben. Die Dammkrone wird von einem Unternehmen aus Bad Hersfeld gebaut, Materiallieferungen sollen aus der Region geordert werden. Auch die Aussichtskanzel wird umgebaut und erhöht. „Die Arbeiten zur Erweiterung des Oberbeckens werden in der Sommersaison 2014 durchgeführt und sollen bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sein,“ informiert Reumschüssel.

Pläne für Kaverne weiterhin auf Eis

Im Rahmen der Baumaßnahme wird der Stauraum des Oberbeckens Waldeck 2 um 450 000 Kubikmeter vergrößert. Dazu wird die Dammkrone um 60 Zentimeter erhöht. Das steigert das Energiepotential der Anlage um elf Prozent. Das erweiterte Pumpspeicherkraftwerk könne innerhalb von Sekunden Fluktuationen in der Stromeinspeisung in der Größenordnung von 100 Windrädern der 5-Megawatt-Klasse bis zu acht Stunden kompensieren und so die Stabilität des Netzes aufrechterhalten, bis andere Kraft- werke hochgefahren werden.

Landrat Dr. Reinhard Kubat begrüßte die Millionen-Investition am Peterskopf. In den vergangenen Jahren wurde immer mehr Strom im Landkreis aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Für den „grünen Strom“ stehe künftig mehr Speicher zur Verfügung.

Sicher ist schon jetzt: Aus Sicherheitsgründen ist der Betrieb der Standseilbahn auf den Peterskopf während der Baumaßnahme eingeschränkt. Details zum Fahrplan stehen noch nicht fest. „Wir bemühen uns noch um eine gute Lösung, um allen Interessen gerecht zu werden“, merkt Reumschüssel an. Wenn die Baustelle abgeschlossen sei, laufe der Seilbahnbetrieb ab 2015 wie gewohnt weiter. Für Wanderwege im Umfeld der Baustelle wer-den Umleitungen eingerichtet.

Die Erhöhung des Oberbeckens habe keinen Einfluss auf die Baupläne für eine neue Kaverne. Das 200-Millionen-Projekt liege weiterhin auf Eis. „Da gibt es noch keine neuen Überlegungen“, versicherte Reumschüssel auf WLZ-FZ- Anfrage.

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