Schulalltag, Schlachteessen, Feldarbeit und mehr

Reise ins Hüddingen der 1950er Jahre

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Bad Wildungen-Hüddingen - Nach mehr als 50 Jahren lebt auf „MyHeimat“ – der Internet-Plattform der WLZ-FZ für Bürgerreporter – eine Schulkameradschaft wieder auf. Heide Lemhöfer aus Frankfurt/Main stellte Fotos aus der Hüddinger Dorfschule ein. Dort wirkte ihr Vater Ewald Küttner in den 1950ern als Lehrer. Bürgerreporter Heinz Happe, der bis heute in dem Wildunger Ortsteil lebt, entdeckte den Schatz seiner früheren Mitschülerin.

Er nahm zu ihr Kontakt auf, und es stellte sich heraus, dass die Tochter des ehemaligen Hüddinger Volksschullehrers noch weit mehr Bilder in ihrer privaten Sammlung hat, die einen Einblick in den damaligen Alltag des kleinen Kellerwaldortes gewähren. Neben der Schule zeigen sie zum Beispiel Szenen vom winterlichen Schlachtetag oder von der Feldarbeit im Spätsommer. „Nun wollen wir gemeinsam die alten Schätze vorstellen“, schreibt Heinz Happe auf „MyHeimat“. Im vorigen Sommer hatte sich der gesamte Hüddinger I-Männchen-Jahrgang von 1956 an den Stätten der eigenen Kindheit wiedergesehen. Heinz Happe gehört einem älteren Jahrgang an, kennt aber Heide Lemhöfer und die anderen drei aus dem Gemeinschaftsunterricht. Insgesamt sechs Artikel hat Happe inzwischen auf MyHeimat veröffentlicht (zu finden über die Rubriken Hessen-Bad Wildungen-Kultur). Hinzu kommt der Beitrag von Heide Lemhöfer (zu finden über die Rubriken Hessen-Frankfurt/Main-Kultur). Die drei Mädchen Heide Küttner (heute Lemhöfer), Gerda Jost (verheiratete Hippe), Marie Luise Voss (heute Hutse) und Kurt Pfeifferling als Hahn im Korb hörten vor mehr als 50 Jahren mit den älteren Schülerinnen und Schülern aufmerksam auf das Wort von Ewald Küttner. Der Pädagoge unterrichtete 25 Mädchen und Jungen in der altersübergreifenden, einen Klasse und war endlich, nach häufigen Wechseln auf der Stelle, als sesshafter Lehrer mit seiner Familie ins 100-Seelen-Dorf gekommen. Was für ein Zahlenverhältnis, werden viele Politiker von heute denken, die sich mit den Folgen des demografischen Wandels beschäftigen müssen: Ein Viertel der Dorfeinwohner bestand aus schulpflichtigen Kindern. „Ewald Küttner lebte sich schnell ein und gestaltete das gesamte Dorfleben mit“, erinnert sich Heinz Happe. Küttner war für ihn nicht nur als Lehrer wichtig, sondern er begeisterte den Jungen auch fürs Wandern. Ein Hobby, das Happe sein ganzes Leben lang bis heute begleitet und das er nutzt, um auf Touren in der Heimat oder in der Ferne reizvolle Fotos zu schießen, die ebenfalls auf MyHeimat landen.Mit Ewald Küttner lernte er als kleiner Junge nicht nur das Einmaleins, sondern zum Beispiel auch die Rhön kennen: tolle Erlebnisse, mag Küttner auch streng gewesen sein, „wie alle Lehrer damals“, sagt Happe. Küttner musste sich in Hüddingen aber selbst noch beweisen. Happe erinnert sich an einen Schultag, als mehrere Vertreter der Schulbehörden zwecks Examensprüfung Küttners Unterricht in der Dorfschule aufmerksam beobachteten. (su)

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