Polizeifliegerstaffel und Bergwacht üben am Bad Wildunger Stadtrand

"Retten" von den Bilsteinklippen

Bad Wildungen - Spektakuläre Rettungseinsätze mit Hubschrauber und spezieller Seilwinde locken in dieser Woche zahlreiche Schaulustige an. Polizeifliegerstaffel und Bergwacht aus Hessen trainieren bis einschließlich Samstag die Menschenrettung aus unwegsamem Gebiet.

Sie üben da, wo der Rettungsdienst vom Boden aus nicht hinkommt: Mit dem Helikopter werden Menschen von den Bilsteinklippen „gerettet“ und am Seil in den Hubschrauber gezogen. „Eine schwierige Sache, besonders wenn das Wetter die Aktion beeinträchtigt,“ erklärt Klaus Boida, Flugausbilder im Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium.

26 Piloten der in Engelsbach stationierten Staffel, acht Winden-Spezialisten und 30 Einsatzkräfte der Hessischen Bergwacht, darunter elf aus Bad Wildungen und Willingen, sind geschult für derlei Einsätze. „Im Laufe dieser Woche wollen wir den größten Teil des Personals durch das Training schleusen,“ ist der Fluglehrer zuversichtlich. Statistisch gibt es pro Jahr nur drei Einsätze in Hessen. Deshalb sei das Training so wichtig. Anders gehe es den Kollegen in Bayern – bei 100 Einsätzen sei die Windenrettung in den Alpen Routine. In 2012 waren Mitglieder von Hessens Fliegerstaffel und Bergwacht bei einer Personensuche am Edersee eingesetzt und bargen bei Biedenkopf einen Ballonfahrer von einem Strommasten, der zu hoch war für die Drehleiter der Feuerwehr.

„Das Entscheidende ist die Zusammenarbeit“, erläutert Boida den Ablauf eines Einsatzes. Der Hubschrauber muss senkrecht über dem Unfallopfer schweben, das der Pilot aus seinem Blickwinkel nicht sehen kann. Das gehe nur mit perfekter Kommunikation zwischen Bergretter, Pilot und Windenoperator. Steht der Hubschrauber in der richtigen Position, lässt die Crew das Windenseil hinunter. Sekunden später hängen Retter und Opfer gemeinsam daran und werden in den Hubschrauber gezogen.

„So viele verschiedene Szenarien wie möglich durchspielen“, das nennt Gerd Windhausen (Bad Wildungen), technischer Leiter der Hessischen Bergwacht das Ziel der gemeinsamen Übung. Denn im Ernstfall ist Eile angesagt. „Dann muss man innerhalb kürzester Zeit Probleme lösen.“ (höh)

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