Erster Lokomat in ganz Hessen in Neurologischer Klinik Westend

Roboter hilft nach Schlaganfall

Bad Wildungen - In der Neurologischen Klinik Westend steht zur Rehabilitation von Schlaganfall- und Schädel-Hirn-Trauma-Patienten ein in der Schweiz entwickelter und hergestellter computergesteuerter neuartiger Gangroboter, ein sogenannter Lokomat, zur Verfügung. Das Gerät ist das erste seiner Art in Hessen und eines von 30 in Deutschland.

Der Patient wird über einem Laufband mit Gurten gehalten und gesichert sowie gewichtsmäßig je nach Erfordernis entlastet, und er erhält Führungshilfen für Unter- und Oberschenkel. Klinikchefarzt Dr. Christoph Bucka erläutert das Prinzip: „Elektromotoren bewegen die Beine wie bei einem üblichen Gang und es werden Schritte wie beim normalen Gehen möglich.“ Bucka, erst seit Juni Chef in der Klinik, freut sich, dass die Investition von rund 150 000 Euro durch die Klinikleitung ermöglicht wurde. In der Klinik, die zu den größten Kompetenzzentren Deutschlands für die neurologische Rehabilitation zählt, wurde inzwischen eine „Lokomat-Therapeuten-Gruppe“ gebildet, die sich intensiv mit der Behandlung der Patienten mit dem neuen Gerät beschäftigt. Bucka: „Mit der Lokomat-Reha gelingt es, verloren gegangene Funktionen wieder anzustoßen und dem Hauptrehaziel, wieder selbstständig gehen zu können, näher zu kommen und den Rehaprozess zu beschleunigen.“ Während ein Patient zum Beispiel mit Unterstützung von zwei Therapeuten während einer „Sitzung“ sieben Meter Laufstrecke leiste, schafft er mit Hilfe des Lokomaten rund 700 Meter. Chefarzt Dr. Bucka sagte, die Anschaffung des Lokomaten sei der erste Schritt zu umfangreichen Veränderungsmaßnahmen in der Klinik. Da sich der geplante Neubau (wir berichteten) nicht innerhalb des gewünschten Zeitraums verwirklichen lässt, werden Erweiterungen innerhalb des bestehenden Klinikgebäudes realisiert, signalisierte der Mediziner. Noch in diesem Jahr soll in der ersten Etage der Klinik eine neue Intensivstation mit 26 Betten (bisher 12) eingerichtet werden, ein neues Kliniklabor ist geplant sowie die Anschaffung eines Computertomographen. Der stellvertretende Geschäftsführer des Hauses, Mayk Jäger: „Im Zuge dieser Maßnahmen werden in unserem Haus 20 bis 30 neue Arbeitsplätze entstehen.“Um Personal anzuwerben, war Jäger mit der Klinik-Pflegedienstleiterin und einer spanisch sprechenden Mitarbeiterin in Madrid und Budapest. Er hat in Spanien und Ungarn Gespräche mit Bewerbern geführt, die Interesse daran haben, in Bad Wildungen zu arbeiten. Zehn ungarische und acht spanische Bewerber wurden ab dem 1. Oktober zu einem sechsmonatigen Intensiv-Deutschkurs eingeladen. Nach der Zertifizierung durch den Regierungspräsidenten können die Bewerber Anfang des nächsten Jahres ihre Stellen antreten. Von Werner Senzel

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