Nationalpark Kellerwald-Edersee startet Pilotprojekt mit der Edertaler Grundschule

Rucksäcke für die Junior-Ranger

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Für Jungranger und andere Bildungsangbote stehen beim Nationalpark jetzt 30 Rucksäcke zur Verfügung, bestückt mit Material, das auch die „großen“ Ranger verwenden.Foto: Minke

Edertal - Gut gefüllte Rucksäcke erhielten Edertaler Grundschüler, die beim Nationalpark-Pilotprojekt „Junior-Ranger“ mitmachen.

Seit September 2014 kümmern sich die Ranger Volker Nagel und Sven Polchow um 17 Grundschüler aus den vierten Klassen in der „AG Junior-Ranger“. Einmal im Monat ist die Wildnisschule im Wildtierpark Hemfurth-Edersee Treffpunkt für diese blutjunge Schul-Arbeitsgemeinschaft.

Themen sind beispielsweise „Werden und Vergehen im Buchenwald“, „Wildtiere im Winter“ oder „Schönheiten am Wegesrand“. Auf dem Stundenplan stehen ferner aktive Naturschutzarbeiten wie das Instandsetzen eines Amphibienschutzzauns.

Insgesamt 30 Rucksäcke mit einem Inhalt von einer Signalweste über Taschenlampe und Kompass bis zum Erste-Hilfe-Päckchen konnte die Nationalparkverwaltung anschaffen. Sie stehen über das aktuelle Jungranger-Projekt für weitere Bildungsangebote des Nationalparks zur Verfügung.

Der Förderverein Nationalpark übernahm die Finanzierung mit einer Summe von 5375 Euro. Eine Einzelspende von 1000 Euro steuerte das Vereinsmitglied Wilhelm Dietzel hinzu, der frühere hessische Umweltminister, in dessen Amtszeit der Nationalpark Kellerwald-Edersee nach heftigsten Geburtswehen das Licht der Welt erblickte. Minister a. D. Dietzel erinnerte bei der Rucksack-Übergabe an die turbulenten „Kontra-Zeiten“ mit einem Anteil von 70 Prozent Gegnerschaft in der Bevölkerung. Spätestens seit Anerkennung als Welterbe-Stätte „will keiner mehr damals dagegen gewesen sein“.

Dr. Gitta Langer, die Vorsitzende des Fördervereins, sagte, die Unterstützung von Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche sei dem Verein eine Herzensangelegenheit. „Eine tolle Sache für unsere Kinder“, betonte Grundschulleiterin Dörte Grell. Die Arbeitsgemeinschaft sei inzwischen bei den Schülern ein Renner.

Horst Knublauch, Leiter der Wildnisschule, ist stolz: „Durch das aktive Naturerleben mit allen Sinnen wird den Kindern die Bedeutung der biologischen Vielfalt der Landschaften, Lebensräume und Arten des Nationalparks vermittelt. Und Abenteuer, Spiel und Spass kommen nicht zu kurz.“

Stellvertretende Nationalpark-Leiterin Jutta Seuring hob die Bedeutung der Bildungsarbeit im Schutzgebiet hervor. Dabei sei dieses Junior-Ranger-Projekt ein wesentlicher Baustein. Es ergänzt die bereits bestehende Kooperation mit der Edertaler Grundschule, bei der Schulkinder „ihren“ Nationalpark an drei Tagen kennenlernen.

„Junior-Ranger“ ist ein bundesweites Netzwerk, entwickelt von „Europarc Deutschland“ mit dem Ziel, Kinder für Natur zu begeistern. Jutta Seuring: „Unsere Junior-Ranger sollen Vorbilder werden in ihrem sozialen Umfeld“.

Von Jürgen Minke

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