Edertal

Rugby mit Rollstuhl – gar nicht leicht

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- Bad Wildungen/Edertal (is). Schüler der Gesamtschule Edertal versetzten sich in der Reinhardshäuser Werner-Wicker-Klinik in die Lage von Behinderten. Sie trieben Sport mit dem Rollstuhl.

Wie meistert ein Rollstuhlfahrer das tägliche Leben? Mit welchen Hindernissen haben gehbehinderte Menschen zu kämpfen? Kann man im Rollstuhl überhaupt Sport treiben? – Diesen Fragen stellten sich Schüler der neunten und zehnten Klassen der Gesamtschule Edertal.

Im Rahmen einer Projektwoche zum Thema „Es lebe der Sport“ schnupperte eine Gruppe in den Sport mit gehbehinderten Menschen. Die Schüler setzten sich in Rollstühle und lernten in der Sporthalle der Wicker-Klinik, Rugby zu spielen.

Bei einem Übungslehrgang brachte Horst Strohkendl, Sportlehrwart des deutschen Rollstuhl-Sportvereins, den Schülern bei, das Gleichgewicht auf Rollstühlen zu halten und damit zum Beispiel Bürgersteige hochzufahren. Mit Pierre Sahm, dem Cheftrainer der Rugby-Rollstuhl-
Junioren-Nationalmannschaft, lernten die Schüler anschließend die Sportart Rugby kennen und versuchten mit Eifer, das Gelernte direkt umzusetzen. Theorie rundete die Praxis ab: „Wir haben zum Beispiel 
darüber diskutiert, dass Mädchen in unserem Alter nach Discobesuchen durch einen Unfall im Rollstuhl landen können“, erklärt die 15-jährige Lea Elsner.

„Oder dass Jungs in dem Alter durch dumme Mutproben oder durch das Springen ins Wasser querschnittsgelähmt werden“, ergänzt Freundin Vanessa Tittl. Ziel des Projektes ist, die Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren, da es vor allem in Bad Wildungen viele Rollstuhlfahrer gibt.

„Denn Deutschland ist bei weitem noch nicht behindertenfreundlich“, meint Pierre Sahm, der seit Jahren in diesem Bereich arbeitet. Zum Abschluss der Projektwoche findet heute ein Rugbyspiel mit Rollstühlen in der Sporthalle der Gesamtschule Edertal statt. Das Fazit für das Projekt in der Reinhardshäuser Klinik fällt insgesamt positiv aus: „Die Schüler waren alle sehr motiviert und ich denke, dass sie nun einen anderen Blick auf gehbehinderte Menschen haben“, resümiert Lehrerin Petra Diederich, die das Projekt betreute.

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