Das „Lebendige Museum“ Odershausen startete schwungvoll in die Saison

Von Schafschur bis Schlachtetag

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Bad Wildungen - Odershausen - Pfingsten startete das „Lebendige Museum“ in die Saison 2013. Die Nostalgiestätte mit Vorführungen von historischen Handwerkstechniken und landwirtschaftlichen Arbeiten ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt, Besucher kommen aus nah und fern.

Zweiter Schwerpunkt sind stets die Köstlichkeiten aus der (frisch renovierten) Bauernküche. Beim ersten Aktionstag standen zur Auswahl Grüne Soße und eine große Auswahl an Festtagstorten.

Im Mittelpunkt stand beim Saisonauftakt die Schafschur. Armin Weller aus Frankenberg-Geismar, ein gelernter Schäfermeister, „befreite“ fachmännisch 13 Skudden-Schafe von ihrem dicken Wollkleid. Skudden-Schafe sind eine alte, besonders widerstandsfähige Rasse, inzwischen vom Aussterben bedroht.

Radmaschine von 1910

Weiter ging es mit Spinnen und Filzen der Wolle bis zum fertigen Produkt sowie mit Flachsbearbeitung. Zu sehen waren ferner Schuhmacher, Schmied, Stellmacher, Besenbinder und ein Korb- und Rechenmacher.

Bei den Führungen präsentierte Museumschef Heinrich Frese eine Neuerrungenschaft bei Stellmacher Heiko Emde aus Mühlhausen, eine sogenannte Radmaschine mit dem Baujahr 1910.

Hier ein Überblick über das aktuelle Jahresprogramm: Am 16. Juni schnaubt wieder die eindrucksvolle Dampfmaschine, ein wahrer Koloss. Bäuerliche Tonwaren werden ausgestellt. Die Küche bietet Schepperlinge, Bauernfrühstück und Blechkuchen an. Außerdem gibt es den im letzten Jahr gekelterten Apfelwein.

Am 21. Juli wird herzhafter Grüner Kuchen serviert, weiterhin sind Klöße mit Dörrobst zu haben. Im Ausstellungsteil sind Kaffeemühlen zu sehen.

Ausstellung: Gesindetruhen

Am 18. August ist großer Waschtag. Bäuerliche Kleidung von anno dazumal wird ausgestellt. Die Küche offeriert gefüllten Krautkopf.

Brot gebacken und gebuttert wird an einem Aktionstag am 15. September. Ausgestellt werden auch alte „Gesindetruhen“. Kulinarisch werden die Besucher verwöhnt mit „Wetzesteinen“, Weckewerk und Hefekuchen.

Für den 20. Oktober ist ein Keltertag angekündigt, und es wird Kraut gehobelt. Kinder zeigen Laubsägearbeiten. Auf der Speisekarte: Schepperlinge, Apfelpfannkuchen und Blechkuchen.

Traditionell beendet ein „Schlachtetag wie 1950“ mit deftigem Waldecker Schlachteessen vor der Winterpause den Veranstaltungsreigen (10. November).

An den Aktionstagen ist dieses einzigartige Museum von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Ansprechpartner für Führungen außerhalb der Aktionstage ist Museumsleiter Heinrich Frese. Kontakt und Informationen unter Tel. 05621/4497. (jm)

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