Freienhagen

Schandfleck und Gefahrenquelle wird beseitigt

- Waldeck-Freienhagen (höh). Eines der ältesten Häuser in Freienhagen wird abgerissen. Nachbarn haben das verfallene Gebäude an der Ortsdurchfahrt gekauft, das seit vielen Jahren mehr und mehr verfallen ist.

Das Fachwerkhaus in der Kasseler Straße ist eines der wenigen Häuser aus der Zeit vor dem großen Brand von 1780 in Freienhagen. Johan Adam Grahs und Anasophie, geb. Schneider haben laut Inschrift auf einem alten Fachwerkbalken das Haus erbaut am „3. Juli Anno 1756“. Die Inschrift war zuletzt kaum noch erkennbar, denn das in den 70-er Jahren noch schmucke Fachwerkhaus ist in den vergangenen Jahrzehnten infolge mehrerer Besitzerwechsel zur unansehnlichen Ruine geworden. Rund 20 Jahre hat das Haus leer gestanden. In dieser Zeit wurde die Bausubstanz marode, das Dach undicht. Immer wieder fielen Ziegeln oder Brocken des Mauerwerks auf dem Gehweg und stellten ein Risiko für Fußgänger und den Verkehr auf der Bundesstraße dar. Aus den Mauern sprießt grüner Bewuchs, die Wände bröckeln. „Wir haben darauf gedrängt, dass mit dem Gebäude etwas passiert“, erinnert Ortsvorsteher Heinrich Schmitz. Aber die Denkmalpflege war am Erhalt des historischen Gebäudes interessiert. Ein im Nachbarkreis lebender Käufer habe die Immobilie dann wieder sanieren wollen, aber dies sei offenbar an der schlechten Bausubstanz und dem erheblichen Kostenvolumen gescheitert. Auf Druck des Landkreises Waldeck-Frankenberg, so der Ortsvorsteher, seien verschiedene Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Als wegen Einsturzgefahr schließlich das Dach abgedeckt wurde, nahm der Verfall rasant zu. Inzwischen haben Anja und Ingo Schlüter das marode Haus erworben und erfüllen derzeit die Auflage der Stadt Waldeck: Die Immobilie wird komplett abgerissen. Schlüters sind direkte Nachbarn und wollen das Grundstück als Freifläche und Garten nutzen. Die ersten Balken und Mauern wurden bereits abgetragen. Bis zum Wochenende, so schätzt der 35-Jährige, sollen die Abrissarbeiten beendet sein. Ortsvorsteher Schmitz ist zufrieden mit dem Ausgang der bewegenden Geschichte: „Im Ort herrscht sehr große Erleichterung über diese Entwicklung, vor allem aus Sicherheitsgründen.“ Zuletzt hatte sich der Giebel des 263 Jahre alten Gebäudes zur Bundesstraße so sehr geneigt, „dass man Angst haben musste, er fällt auf die Fahrbahn“, beobachtete der Ortsvorsteher. Mit dem Abriss der Bauruine in der Ortsdurchfahrt werde ein Schandfleck in Freienhagen beseitigt.

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