Edertal: Details zur Planung vorgestellt · Sorge um weitere Auflagen

Scherben gefährden Pflegeheim

Das Projekt aus der Vogelperspektive, unten die Bahnhofstraße. Der Sinnesgarten mit den zwei Gebäudeflügeln ist zu erkennen, vorgelagert ein Querriegel mit Dachgarten.

Edertal - Kopfschütteln gab´s Dienstagabend in den Zuhörerreihen des Edertaler Planungsausschusses und leise Alarmstimmung bei Abgeordneten und Bürgermeister.

Gerade hatte Thomas Georg vom zuständigen Planungsbüro Details zum Projekt Seniorenzentrum Bergheim/Giflitz erläutert, da versetzte er den Anwesenden mit diesem Satz einen leichten Schock: „Wenn es auch noch nötig ist, den benachbarten Grundstücksstreifen nach Scherben zu untersuchen, verzichtet der Bauherr auf das Projekt.“

7000 Jahre alte Keramikscherben wurden auf dem Baugrund gefunden. Die Denkmalschutzbehörde hat die Grabung angeordnet, weil vor vielen Jahrzehnten bereits in dieser Ecke Hinterlassenschaften der Giflitzer Ur-ur-urahnen entdeckt worden waren. „Bezahlen muss alles der Bauherr – gearbeitet wird im Stundenlohn“, erläuterte Georg.

Zur Halbzeit seien Kosten von 20 000 Euro angefallen.

Eine Vervielfachung will das Internationale Bildungs- und Sozialwerk als Investor und Betreiber nicht hinnehmen. „Daran darf das für unsere Gemeinde so wichtige Projekt nicht scheitern. Bitte informieren Sie uns, damit wir uns gegebenenfalls einschalten können, wenn der Denkmalschutz eine weitere Forderung aufstellt“, bat Wolfgang Gottschalk und brachte damit die Haltung aller in der Sitzung zum Ausdruck. Anfang Februar haben Denkmalschutz und Bauherr Gesprächstermin.

Alle Parlamentarier wollen das neue Angebot für die älteren Bürger in Edertal (siehe Hintergrund). Die Entwürfe der Architekten stießen weitestgehend auf Zustimmung. Markus Jungermann (SPD) unterstrich allerdings, dass der relativ große Baukörper an den Rändern zur Flur hin aus optischen Gründen üppig mit Grün eingefasst werden solle.

Seine weiteren Bedenken, der Komplex könnte mit den drei Geschossen zu hoch sein für die Umgebung, teilte niemand im Ausschuss. Das Gremium empfiehlt dem Parlament, die Unterlagen nun öffentlich auslegen zu lassen. (su)

Kommentare