Bad Wildungen

Schnee und Parker stoppen Bus

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- Bad Wildungen (su). Die Schneemassen und der frühe Winter stellen alle Verkehrsteilnehmer auf die Geduldsprobe. Besonders ältere Altstadtbewohner, die auf den Stadtbus angewiesen sind, sehen sich in den vergangenen Tagen mit einem großen Problem konfrontiert.

Die Busse steuern das Fachwerkviertel derzeit überhaupt nicht mehr an. An den Haltestellen Kaiserlinde, Marktplatz und Lindentor prangen rote Hinweiszettel der BKW: Sie verweisen als Grund für das Einstellen des Betriebes auf die „schwierige Parksituation“. Angesichts der Belastungen durch die Bauarbeiten in den vergangenen Monaten sitzt der Frust bei manchem Betroffenen tief. „Scheinbar sollen wir ‚Alten‘, die bei diesem Wetter auf den Bus angewiesen sind, zu Hause bleiben. So kann man die Altstadt gleich zum Museum erklären“, ist von einer dieser Stimmen zu hören.

Für die Entscheidung der BKW gaben mehrere Gründe den Ausschlag, erklärt Geschäftsführer Horst Kesper auf Nachfrage. Ein e für alle deutlich sichtbare Erklärung liefern die Schneeberge in der Brunnenstraße. Sie lassen die Fahrbahn eng werden und verhindern außerdem, dass Autos stets in ihrer kompletten Länge auf die vorgesehenen Parkplätze passen. Auf die Straße ragende Hecks versperren dem Bus die Durchfahrt. „Die glatte Fahrbahn in der Lindenstraße birgt ein zusätzliches Risiko. Wenn ein so großes Fahrzeug wie ein Bus erst einmal ins Rutschen kommt, gibt es kein Halten mehr“, erläutert Kesper.

Zudem: Der Schnee verdeckt Parkmarkierungen, so dass manche Autofahrer nach Gefühl und Wellenschlag ihren Wagen an den Grenzen oder gar außerhalb der Parkzonen abstellen – beispielsweise dort auf dem Markplatz, wo sich vor dem Umbau an der Einmündung Waisengasse zwei Stellplätze befanden. Selbst der neue barrierefreie Platten weg ist so vor blechernen Hindernissen nicht gefeit. Dem Linienbus geht an dieser Stelle der dringend benötigte Raum zum Ausschwenken verloren.

Während der Bauphase hat das Ordnungsamt großzügig über solche Sünden hinweggesehen, um möglichst wenig Leben aus der Altstadt zu verdrängen. Mit dieser Laissez-faire-Haltung ist mit dem Eintreffen der angekündigten Tauphase ab Donnerstag Schluss, kündigt die Ortspolizeibehörde an. Mit verstärkten Kontrollen im Bereich des Marktplatzes sei in nächster Zeit zu rechnen.

Mehr lesen sie in der WLZ vom Mittwoch, 5. Januar

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