Stadtgärtner nutzen den milden Winter zur Pflege der Gehölze

Schnitter im Stadtpark

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Gehölzpflege am Langen Rod; von links Gärtnereimeisterin Bettina Vonde, Friedrich Albus und Michael Schmidt.Foto: Höhne

Bad Wildungen - Sturmschäden, Strauchschnitt und Schönheitsreparaturen - die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei schwärmen auch bei Frost und Schmuddelwetter zu Pflegearbeiten ins gesamte Stadtgebiet aus. „Im Winter fällt mehr Arbeit an als im Sommer“, sagt die Leiterin der Stadtgärtnerei, Bettina Vonde.

Besonders aufwendig ist der Gehölzschnitt. „Da steckt viel Arbeit in Pflege und Rückschnitt“, verweist die 26-Jährige auf weitläufige Flächen in der Badestadt, damit sich die vielen Anpflanzungen in Europas größtem Kurpark in der neuen Saison ordentlich und ansehnlich präsentieren.

Der milde Winter spielt den Stadtgärtnern in die Karten, denn der Winterdienst auf Gehwegen und im Kurpark ist überschaubar. „Wenn wir täglich bei Eis und Schnee ausrücken müssten, bliebe ein Großteil der Gehölzpflege auf der Strecke“, merkt Stadtgärtner Michael Schmidt an. Insgesamt 21 Mitarbeiter sind in der städtischen Gärtnerei am Bauhof tätig, bei Bedarf wird Hand in Hand mit dem Bauhof gearbeitet.

Bei offenem Wetter wurde dieser Tage eine Rinne im Kurpark gepflastert. Und das stürmische Wetter bescherte zusätzliche Aufgaben. „Etliche Bäume sind auf Wege gestürzt“, berichtet Vonde. Die Stadtgärtnerei sei da auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Von langer Hand geplant waren Fällungen kranker Bäume im Stadtgebiet, die aber aus Naturschutzgründen zurückgestellt wurden. „In einer Weide wohnte eine Waschbärenfamilie, da mussten wir noch einige Zeit warten.“ Nächste Woche wird ein hohler Baum bei den „sechs Eichen“ im Helenental gefällt.

Etliche trockene Stauden und Ziergräser stehen noch in Wildungens Parkanlagen. „Sie können auch im Winter noch dekorativ sein“, meint Vonde. Aber auch hier werde in Kürze ein Pflegeeinsatz nötig. Ganzjährig fallen Friedhofsarbeiten an, und die Müllkörbe in der Brunnenallee werden von Januar bis Dezember regelmäßig von den Stadtgärtnern kontrolliert. Nahtlos weitergearbeitet werde an Bau- und Grünflächenkataster für die städtischen Flächen.

Trotz mildem Winter sind bisher noch keine Frühlingsboten aufgetaucht. Von Schneeglöckchen sei noch nichts zu sehen, beobachtete Friedrich Albus. Sein Kollege Michael Schmidt ist zuversichtlich: „In 14 Tagen ist es sicher so weit.“

Frühlingspracht im Sommer eingetütet

Das Wildunger Blütenmeer zum Osterfest ist indes schon lange unter Dach und Fach. Vonde: „Den Blumenschmuck haben wir schon im Sommer bestellt.“ Mit Neuheiten auf der Flaniermeile hält sich die Gärtnermeisterin, die seit einem Jahr bei der Stadt Bad Wildungen arbeitet, aus gutem Grund zurück. „Die Brunnenallee ist schwierig - wenig Licht, wenig Wasser, großer Druck durch Bäume“, bringt sie die Standortnachteile auf den Punkt. „Da sind wir angewiesen auf langfristige Erfahrung mit Pflanzen, die sich bewährt haben.“

Von Conny Höhne

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