Nach knapp 12 Jahren an der IGS und vier Jahrzehnten im hessischen Schuldienst

Schulleiter Reinhard Hollstein verabschiedet

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Vielfältig engagiert, nicht nur an der Schule: Hollstein

Edertal - Nach mehr als vier Jahrzehnten im hessischen Schuldienst wurde der Leiter der Integrierten Gesamtschule Edertal, Reinhard Hollstein (65, Berndorf), feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Elfeinhalb Jahre stand er nach seinem Wechsel aus Bad Emstal an der Spitze dieser Schule. Schüler mit musikalischen und tänzerischen Einlagen, Ehrengäste, frühere Weggefährten und die Kollegen der IGS begleiteten den beliebten Pädagogen auf diesem Weg in den Ruhestand. „Heute endet eine Ära an der Gesamtschule. Er fand damals ein bestelltes Feld vor und so übergibt er es auch“, sagte dessen Stellvertreter Helmut Münch.

Herausragende Änderung in der Amtszeit des „Teamplayers“ Hollstein war nach den Worten Münchs die Umwandlung der Schule in eine Integrierte Gesamtschule. „Alle Beteiligten haben damals an einem Strang gezogen. Das dokumentiert die integrative Kraft, mit der Hollstein sein Amt ausgeübt hat.“

1972 trat Reinhard Hollstein seine erste Lehrerstelle an der Mittelpunktschule Adorf an. „Es waren die wilden Siebziger. Wir waren zwar keine Revoluzzer, aber wir wollten etwas anpacken und erreichen“, erinnerte der heutige Leiter der MPS, Jürgen Wohlfart. Und sie haben einiges auf den Weg gebracht, wie der ehemalige stellvertretende Leiter dieser Schule, Erich Nikl, betonte. Als Beispiel nannte er die Projektwochen und die Klassenfahrten nach Oberbayern und Südtirol. Für den Ruhestand riet Nikl Hollstein, nach dem Motto „LRS“ zu handeln: Lesen, Reisen, Südtirol.

16 Jahre leitete Reinhard Hollstein die Christine-Brückner-Schule Bad Emstal. In diese Zeit fiel die umstrittene Einrichtung der Förderstufe. „Mit viel Durchhaltevermögen ist dies im dritten Anlauf gelungen“, erinnerte sich Erhard Zammert, Schulamtsdirektor im Schulamt Kassel. Landrat Dr. Reinhard Kubat erinnerte an die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im April an Reinhard Hollstein für dessen ehrenamtlichen Einsatz als Mitbegründer des Lebenshilfe-Werks. Schon im Juni traf er ihn wieder beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Schulzentrums Edertal. Kubat: „Toll, dass es diese Schule gibt. Sie trägt die Handschrift Hollsteins.“

Hier stimme wirklich alles, würdigte Edertals Bürgermeister Klaus Gier die pädagogische Arbeit an der IGS. Angebote für Kinder und Jugendliche seien das Wichtigste für eine Gemeinde.

Die offizielle Verabschiedung nahm Schulamtsdirektorin Ruth Pfannstiel vor. Dank und Anerkennung für die gute Zusammenarbeit sprachen Schul­elternbeirätin Anke Blume, Kurt Epting für den Förderverein sowie Personalrätin Antje Kuswa aus.

Der scheidende Schulleiter („Ich war immer ein Verfechter des Teamgedankens“) unterstrich, dass die Akzeptanz der Schule weiter wächst. Gute Schule könne nur gelingen, wenn alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiten. Hollstein: „Wir können stolz darauf sein, was wir in den vergangenen Jahren geschaffen haben. Die Kinder und Jugendlichen werden mir fehlen.“

Von Jörg Schade

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