Stimmungsvoller Kommers mit Bezirkssingen zum großen Jubiläum des MGV Höringhausen

Singen bildet die Persönlichkeit

Der gemischte Chor Höringhausen mit Dirigentin Xenia Kautz. Foto: Matthias Schuldt

Waldeck-Höringhausen - „Die Welt ist groß genug, weit genug, reich genug für alle...“ Im Lied „Ich glaube“ sang der Freienhagener Chor „Echt Live“ seine Botschaft von Frieden und Toleranz aus vollem Herzen und bewies zum 150-jährigen Bestehen des MGV Höringhausen, dass Freude am Singen in jeder Hinsicht aktuell ist.

„Sind Singen und Vereinsleben noch zeitgemäß?“, fragte MGV-Vorsitzender Bruno Mecke in seiner Begrüßung zum Festkommers mit Bezirkssingen am Samstagabend im Bürgerhaus rhetorisch und antwortete in einem Atemzug: „Ja. Mehr denn je braucht unsere Gesellschaft Orte, an denen Menschen der Isolierung entkommen. Ich habe selbst erfahren, wie aus ein bisschen Singen eine Leidenschaft wird.“

Landrat Dr. Reinhard Kubat, Schirmherr des Jubiläums, zollte „vollen Respekt für die 15 Jahrzehnte“, in denen der MGV Höringhausen der Losung „In Freud’ und Leid zum Lied bereit“ gefolgt sei. Kubat erinnerte daran, dass die Gründung der Gesangs- und Sportvereine zu Beginn des 19. Jahrhunderts Ausdruck eines Urtriebes der Menschen sei, sich zusammenzufinden und Geselligkeit zu pflegen.

Bürgermeister Jörg Feldmann registrierte in seiner Gratulation „Freude in den Gesichtern und den Augen auf der Bühne“. Von Matthias Schuldt

Ortsvorsteher Uwe Wagner gratulierte im Namen des Ortsbeirats und aller Vereine und Einrichtungen des Dorfes, 17 an der Zahl. Er würdigte die Rolle der Vereine und besonders der Chöre für das kulturelle Leben. Eine Bedeutung, die sich zusätzlich vergrößerte, als 2009 der gemischte Chor im MGV gegründet wurde, sodass heute knapp 60 Sängerinnen und Sänger in Höringhausen diesem schönen Hobby nachgehen.

Einem Hobby, dass die Persönlichkeit bildet, wie Gregor Große Wiesmann, stellvertretender Vorsitzender des Waldeckischen Sängerbundes, in seinem Grußwort betonte: „150 Jahre sind eine großartige Leistung. Die Entdeckung der eigenen Stimme ist eine grundlegende Erfahrung des Lebens. Jeder einzelne Sänger ist Mitgestalter des öffentlichen Lebens.“

Hans-Joachim Zwickirsch, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Sängerbundes, zitierte die Homepage des MGV Höringhausen: „Es gab einen Schatz, einen Spatz, der wollte singen, und so gründete der Lehrer den MGV Höringhausen.“ Vereine und besonders die Chöre prägten das Heimatbewusstsein und die Verbundenheit über Generationen hinweg. Zwickirsch übergab die Urkunden zum Jubiläum unter anderem des Landes Hessen und - mindestens ebenso wichtig für den Jubiläumschor - viele Exemplare einer gedruckten Sammlung von 50 Volksliedern.

Helmut Heinemann gratulierte als Vorsitzender des Sängerbezirks Langer Wald und nahm mit Bruno Mecke die Ehrungen vor: Dem MGV Höringhausen gehören seit 25 Jahren Lothar Wäscher und Lars Kern an. Seit 40 Jahren ist Helmut Sachse dabei. Horst Geier singt seit 25 Jahren im MGV Sachsenhausen, dem Willy Hofmeister und Herwig Erbroth seit 60 Jahren angehören.

Das stimmungsvolle Bezirkssingen, das der Spielmannszug Höringhausen unter Leitung von Margarete Krause eröffnet hatte, bot eine Vielzahl an unterschiedlichen Liedern, moderiert vom stellvertretenden Vorsitzenden der Gastgeber, Lothar Wäscher, dargeboten vom MGV 1865 Höringhausen und dem gemischten Chor Höringhausen, beide dirigiert von Xenia Kautz, vom gemischten Chor Liedertafel Landau unter Leitung von Arno Nolte, vom MGV 1843 Sachsenhausen mit seinem Dirigenten Uwe Wever und vom gemischten Chor „Echt Live“ Freienhagen mit Ulrike Bartsch am Dirigentenpult.

Einen Einblick in die lange, von Höhen und Tiefen geprägte Geschichte des Jubiläumschores gewährte Manfred Schulze in seiner Präsentation der Chronik.

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