Anraff

Spaßvogel als Spielkamerad: Krähe Skubie, das kecke Federvieh

- Edertal-Anraff (höh)Eine zahme Krähe ist Spielkamerad für Kinder und erfreut Nachbarn, wenn sie bettelnd an die Fenster pocht. Aber Vorsicht ist angesagt: Uhren, Schmuck und Teelöffel sind nicht sicher vor dem diebischen Rabenvogel.

Verwegen blickt der schwarze Geselle in die Runde. Wenn die Kinder der Familie Grothnes in der Nähe sind, fehlt meist auch nicht der gefiederte Spielkamerad. Skubie, die Krähe, sitzt mit auf dem Schlauchboot im Garten, zerrt am Seil und pickt nach dem Paddel. Da hat selbst Hofhund Joe, ein ausgewachsener Riesenschnauzer-Mischling, keine Chance.

Dabei hat ihm der Hund im Frühjahr das Leben gerettet. „Joe hatte einen toten Jungvogel aufgestöbert, und im Gebüsch hörten wir dann einen kleinen Piepmatz fiepen“, erinnert Angelika Grothnes an einen Spaziergang im Bachgraben. Beim näheren Hinsehen entdeckte die Anrafferin einen einsamen, federlosen Krähen-Jüngling. „Ich habe ihn unter die Jacke gesteckt und nach Hause mitgenommen.“

Im Spargelkorb baute sie ein Nest. Das Küken hatte Bärenhunger und wurde mit Regenwürmern und einem Brei aus Katzenfutter aufgepäppelt. Die Krähe zog um in einen Vogelkäfig. Sie gedieh prächtig, hatte bald die ersten Federn und im Käfig keinen Platz mehr. Skubie wurde ausquartiert in den Holzschuppen. „Da hat der Vogel das Fliegen gelernt“, sagt Angelikas Tante Gertrud Hesse. Seit der Zeit ist nichts mehr sicher vor dem fliegenden Spaßvogel.

Er versteckt sich mit Vorliebe im Wäschekorb und knickt im Garten die schönsten Blumen um. „Gelbe Blüten hat er besonders gern“, hat Hesse bemerkt. Die 74-Jährige pflanzte Löwenmäulchen in die Rabatte, aber kaum war die letzte Pflanze in der Erde, war alles wieder zunichte. Skubie treibt so manchen Schabernack. Wer leichtsinnig ein Fenster im Haus offen lässt, vermisst womöglich später seine Armbanduhr. Dem Familienvater Torsten Grothnes hat der gefiederte Schelm beim Handwerken im Hof unbemerkt den Aufsatz für den Schrauber stibitzt. Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstag-Ausgabe der WLZ.

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