In 14 Monaten soll alles fertig sein

Spatenstich fürs Wohn- und Pflegezentrum

Giflitz - „Ein Ort der Mitte, mitten im Leben und mitten im Ort.“ Dazu soll das Seniorenwohn- und Pflegezentrum in Giflitz werden, sagte Siegfried Renneke, Vorsitzender des Trägers Internationales Bildungs- und Sozialwerk, am Mittwoch beim offiziellen Spatenstich für das Projekt.

Renneke kleidete den Anspruch des Trägers (kurz: int-bsw) an seine Einrichtung weiter aus: ein offenes Haus zu sein, das aktiv den Kontakt zu Vereinen, Verbänden, Kindergärten und Schulen in Edertal knüpft, das sich über Besucher freut. Renneke: „Wir wollen kein Einzelleben führen.“ Auf diese Weise soll gelingen, was keine leichte Aufgabe ist: zum neuen Zuhause für die Bewohner zu werden, die ihre über Jahrzehnte bewährten vier Wände hinter sich lassen und umziehen. 66 Einzelzimmer mit je eigenem Bad und Balkon, dazu großzügige, gemeinschaftlich genutzte Wohnbereiche unterschiedlichen Charakters, kombiniert mit vielfältigen Angeboten zur Beschäftigung und um dem Tag eine Struktur zu geben – das sind Mittel, mit denen das Zentrum das vorgegebene Ziel erreichen soll, erläuterte Renneke. Zwischen 6,5 und 7 Millionen Euro investiert das int-bsw in das Vorhaben, schilderte Finanzvorstand Professor Dr. Heinrich Schnatmann. Die ersten Gewerke etwa für Gerüst- und Rohbau gingen samt und sonders an Unternehmen aus Waldeck-Frankenberg, „was die Leistungsstärke der heimischen Wirtschaft belegt“, so Schnatmann. Den Rohbau inklusive Dach und Fenstern will der Bauherr im laufenden Jahr stehen haben. Als Bauzeit sind 14 Monate kalkuliert, sodass die ersten Bewohner voraussichtlich im Herbst 2015 einziehen können. In das Vorhaben flössen auch Kreditmittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit Blick auf die nachhaltige Energiebewirtschaftung des Objekts. Bürgermeister Klaus Gier erinnerte an die längere Vorgeschichte des Vorhabens und ist umso erleichterter, dass der Startschuss gefallen ist: „Eine Gemeinde wie Edertal braucht ein solches Angebot, auch wenn wir uns von der Größe her natürlich nicht mit den Nachbarn Bad Wildungen und Fritzlar vergleichen können.“ Neben der Perspektive für ältere Edertaler sei das Schaffen neuer Arbeitsplätze für die jüngeren Generationen ein wichtiger Aspekt des Ganzen, fügte er hinzu.Das int-bsw betreibt bislang sechs vergleichbare Einrichtungen im nordrhein-westfälischen Iserlohn (am Stammsitz), in Schauenburg, Naumburg, Volkmarsen, Willingen und Langenstein (Sachsen-Anhalt). Spatenstich für weitere Vorhaben war gestern nicht nur in Giflitz, sondern kürzlich auch in Hessisch-Lichtenau, ergänzte Siegfried Renneke. Von Matthias Schuldt

Kommentare