Bad Wildungen

SPD, Grüne und FDP Hand in Hand

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- Bad Wildungen (su). Über viele Jahre hat die CDU die Wildunger Politik entscheidend mitgeprägt, teils dominiert. Seit gestern steht die stärkste Fraktion als der größte Verlierer der Kommunalwahl fest und droht im Abseits zu landen. Erstmals gibt es in der Badestadt eine Koalition samt dazugehöriger schriftlicher Vereinbarung – und es ist eine Ampel.

Ausgerechnet im Souterrain des Cafés Schwarze unterzeichneten Rot, Gelb und Grün den Koalitionsvertrag, doch nicht, weil sie zum Lachen über ihren Coup verschämt in den Keller gehen wollten, sondern weil in der Kürze der Zeit am Freitagnachmittag kein anderer Raum zur Verfügung stand.

Schließlich konstituiert sich die neue Stadtverordnetenversammlung bereits am Montag in der Wandelhalle. Ein bisschen sind die Partner von sich selbst überrascht, gesteht Professor Dr. Horst Zebe (FDP) ein: „Bei uns hat keiner damit gerechnet, aber dann schaute ich mir die Wahlprogramme von SPD und Grünen an und wir haben festgestellt: Das können wir beinah so unterschreiben.“ Der Bürgermeister habe die Gespräche mit der Tendenz zur nun in Schriftform gegossenen Koalition voll unterstützt.

Die CDU als größte Fraktion hatte mit allen drei Ampel-Partnern zuvor Kontakt aufgenommen, „mit uns allerdings erst durch ein Telefonat am 20. April, drei Wochen nach der Wahl“, moniert Walter Mombrei (SPD). Grüne und FDP hatten nach übereinstimmender Aussage den Eindruck, den Christdemokraten sei es in vorderster Linie um die Posten gegangen. „Wir haben uns statt dessen zuerst über Inhalte unterhalten und verständigt“, sagt Klaus Stützle über die Verhandlungen mit den beiden Koalitionspartnern.

Die Ampel unterstellt der CDU, die nötigen Einsparungen im städtischen Haushalt zu Lasten des Sozialen erzielen zu wollen. „Wir wollen eine andere, neue Politik für die Stadt und das muss der Bürger in fünf Jahren erkennen“, bekräftigt Wolfgang Nawrotzki (SPD).

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 30. April.

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