Fazit eines Arbeitsgesprächs: Interessen in der Region bündeln und Regeln für Schiffe fordern

Sprachrohr für den Edersee

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Interessen bündeln und gemeinsam für den Edersee kämpfen – das ist erklärtes Ziel der Teilnehmer eines Edersee-Gesprächs der Kreis-CDU mit Vertretern von Tourismus und Anrainergemeinden sowie heimischen Unionsabgeordneten.Foto: Höhne

Edersee - Interessen bündeln und gemeinsam als Sprachrohr für tragbare Kompromisse bei der Wasserbewirtschaftung des Stausees kämpfen - das ist das Fazit eines Ederseegesprächs der Kreis-CDU mit Vertretern von Tourismus und Kommunen sowie heimischen Unionsabgeordneten.

Anlass sind neue Wesertransportpläne und die Wasserbewirtschaftung des Edersees. Vor allem die Sorge vor Wasserabgaben für angekündigte Getreidetransporte (WLZ berichtete) treibt Anrainer um.

„Die CDU bringt eine Interessengemeinschaft Edersee ins Gespräch, um vor Ort stärker in die Debatte zu gehen“, erneuert Kreistagsfraktionsvorsitzender und Landratskandidat Karl-Friedrich Frese einen Antrag aus dem Kreistag. „Wir können etwas bewirken, wenn wir unsere Stimme erheben“, ist sich Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg sicher.

„Acht bis zehn Transporte, die richtig weh tun“

Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon als Mitglied des Verkehrsausschusses skizziert bei dem Gespräch im Terrassenhotel die aktuelle Situation. „Es gibt acht bis zehn Transporte im Jahr, die richtig weh tun.“ In Hannoversch Münden sei ein Schwerlastterminal im Gespräch, mit dem Ziel weiterer Transporte auf der Weser. Viesehon sieht das als Chance. Im Zuge der Gleichbehandlung sei dann mit Wellen für einzelne Transporte kaum mehr zu rechnen. Dem widersprach Dr. Edgar Schmal, Stadtverordneter in Bad Wildungen: „Je mehr Schiffe auf der Oberweser fahren, desto mehr Wasserbedarf wird es zwangsweise geben.“ Die Zahl der Transporte habe sich in zehn Jahren deutlich erhöht und damit auch der Wasserablass.

Mit dem neu eingesetzten Schiff, das nur 89 Zentimeter Tiefgang hat, können die Edersee-Anrainer gut leben, bescheinigt Norbert Peil, der einen Bootsverleih betreibt. „Das kommt mit dem normalen Pegel von 1,20 Metern aus, der immer gehalten wird.“ Die Erfahrung zeige jedoch, dass Unternehmen nicht auf Wasser schonende sondern auf die günstigsten Transportmöglichkeiten setzen.

Thomas Hennig, der am Edersee eine Segelschule betreibt, wundert sich, dass keine klare Regeln für Weser-Schiffe auf dieser Bundeswasserstraße gelten und auf Wunsch Wellen für Transporte abgegeben werden. „Mit einem zu schweren Lkw darf ich auch nicht einfach über eine Brücke fahren, die dafür nicht zugelassen ist.“

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass die IG Oberweser nicht die heimischen Interessen vertrete. „Die Stadt Waldeck ist eingetreten, um die Kommunikation zu verbessern“, sagte Bürgermeister Jörg Feldmann und stellt enttäuscht klar: „Ich werde vorschlagen, wieder auszutreten.“ Auch sein Vöhler Amtskollege Matthias Stappert trägt sich mit Austrittsabsichten. „Wir wollen keine Steuermittel mehr verschwenden für eine Mitgliedschaft.“

Joachim Schmolt, Vorsitzender des Edertaler Gemeindeparlaments, freut sich, dass die Bürgermeister der drei Anrainergemeinden am Edersee an einem Strang ziehen. „Wir müssen zu einer Lösung kommen.“ Angedacht ist eine IG Edersee, Diemelsee, Twistesee mit Blick auch auf die benachbarte westfälischer Region. „Es muss endlich was passieren“, fordert Kreistagsmitglied Timo Harmann.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, will die Weser für die nächsten 20 Jahre schiffbar halten, signalisiert Viesehon. Eine Forderung dafür nimmt der Bundestagsabgeordnete mit nach Berlin: Die Schiffe müssen verlässlicher mit der Weser auskommen.

Von Conny Höhne

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