Betrieb ist nicht Angelegenheit der öffentlichen Hand

Stadt Waldeck verzichtet auf Kauf des Golfplatzes

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Waldeck - Mit dem Verzicht auf das Vorverkaufsrecht ebnete das Stadtparlament den Verkauf des Waldecker Golfplatz an die Schweizer Sumo AG. Der Handel soll schon zum 31. August besiegelt sein.

Die Betreibergesellschaft Golf in Deutschland mit Sitz in München will damit auch die letzte ihrer ehemals fünf Golfanlagen im Bundesgebiet abgeben, um sich auf andere Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Die Sporthouse.de AG aus der bayerischen Landeshauptstadt hält 99 Prozent der Kommanditistenanteile und will diese mit allen Rechten und Pflichten veräußern. Bürgermeister Jörg Feldmann in der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend in der Freienhagener Stadthalle: „Der zusammengefasste Veräußerungserlös liegt bei cirka 1 Million Euro.“ In dem Gesellschaftervertrag ist vereinbart, dass die Stadt Waldeck – Kommanditistin mit einem Prozent – bei einer Veräußerung des 98 Hektar großen Areals mit 18- und 9-Lochanlage das Vorkaufsrecht hat. „Das Betreiben eines Golfplatzes ist aber nicht Aufgabe einer Kommune“, stellte Feldmann im Parlament klar und riet dringend von einem Einlösen der Vorverkaufsoption ab. Sollte die Übernahme besiegelt werden, bleiben die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten wie bisher gewahrt. Dazu gehört die Verpflichtung der Stadt Waldeck, 500 000 Euro in einen Rückbau zu investieren, sollte der in den 1990er Jahren angelegte Golfplatz aufgelöst werden. Der Magistrat habe sich bereits seit Monaten mit einem Verkauf des Golfplatzes beschäftigt, seit fünf Wochen wurde es schließlich konkret. Derselbe Investor, der den Waldecker Hof in Sachsenhausen übernommen hat, will den Golfplatz in Waldeck kaufen. Feldmann zeigte sich zuversichtlich über den Deal: „Der neue Eigentümer will richtig was bewegen, es könnte zu einer zweiten Blüte des Golfplatzes werden.“Der Golfclub sei in die bisherigen Verhandlungen nicht eingebunden, teilte der Bürgermeister auf Nachfrage von Dieter Kiepe und Jürgen Staude (SPD) mit und verwies auf Differenzen zwischen Club und bisherigem Betreiber. Die Besorgnis, der Club werde unter neuer Regie keine Heimat mehr auf dem Golfplatz haben, teilte der Bürgermeister nicht. „Ohne den Club wird ein Betreiber Schiffbruch erleiden.“

Von Conny Höhne

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