Edersee

Startschuss für das 4+3-Modell

- Edersee (höh). Nach zähem Ringen um mehr Wasser stimmte am Mittwoch auch die Weser-Schifffahrt dem im Kasseler Regierungspräsidium ausgehandelten Kompromiss zur Bewirtschaftung der Edertalsperre zu.

„Das dünne Papier ist durchbohrt, aber der Bohrer knirschte ganz kräftig“ – mit diesen Worten kommentierte der Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke das Gespräch in der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte in Hannover. Gegen den Willen der Fahrgastschifffahrt an der oberen Weser werde das Pilotprojekt durchgesetzt. Das „Vier-plus-drei-Modell“ sieht in trockenen Jahren ab 1. März an vier Wochentagen eine Wasserabgabe aus der Edertalsperre zur Unterstützung des Weser-Pegels auf 1,20 Meter vor. An drei Tagen ist eine Drosselung auf die Mindestabgabe vorgesehen.

Das soll zunächst drei bis vier Jahre gelten. „Und dann sehen wir, ob das greift.“ Bei einem Gespräch am 23. Februar, so der Rathauschef, werden die Weichen für 2012 gestellt. Der Fahrgastschifffahrt signalisierte das Wasser- und Schifffahrtsamt mögliche Nachbesserungen. „Wenn die Fahrpläne eingereicht sind, wird versucht, sie so zu optimieren, dass es wenig Einschränkungen gibt.“ Betroffen seien acht Personenschiffe. Keine Bedenken gegen die neue Regelung habe die Kiesschifffahrt. „Die tragen das mit.“ Zwei Transportkähne befördern auf der Weser Schüttgut. Heftiger Protest kam von der Fahrgastschifffahrt, die an drei Tagen das Risiko hat, gar nicht oder nur eingeschränkt fahren zu können. „Aber es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich zu fügen, sonst hätten wir wieder so dagestanden wie vor elf Jahren“, folgerte Plünnecke. Die neue Lösung zur Bewirtschaftung der Edertalsperre gehe von 180 Millionen Kubikmeter Stauvolumen zum 1. Mai aus. Sind dann 40 Millionen Kubikmeter weniger im See, greift das Pilotprojekt. Bei Unterschreitung von 50 Millionen Kubikmetern Stauinhalt erfolgt in jedem Fall ein eingeschränkter Betrieb auf der Weser.

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