Bayerischer Hunde-Opa erkundete auf eigene Faust die Gemarkung

Statt Wildsau ein Wolfshund im Gebüsch

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Bad Wildungen - Ein bayerischer Hunde-Opa erkundet am Wochenende auf eigene Faust das Gelände am Wildunger Flugplatz. Glücklicherweise gab‘s ein Happy-End für den Ausreißer und sein Herrchen.

Eigentlich hatte Matthias Koch im Wald nahe dem Segelflugplatz aus dem Dickicht ein Wildschwein erwartet, doch vor ihm stand plötzlich ein ergrauter Irischer Wolfshund. Der verdutzte Wildunger brachte den sichtlich erschöpften Vierbeiner am frühen Samstagmorgen zum Tierheim in Altwildungen. Der knapp 80 Zentimeter große Ausreißer trug eine Marke mit zwei Namen sowie einer Mobilfunknummer um den Hals. Der Hund heißt Cimba, bei der Anwahl der Telefonnummer erreichten die Betreuer aber immer nur eine Mobilbox. Mit Gleitschirm auf Suche Der schwerfällige, ältere Wolfshund legte sich im Zwinger nieder, er bewegte sich kaum und lange war nicht klar, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelte. Elke Nikoleit, eine engagierte Helferin des Tierheimes, postete den Fund und die Suche nach dem Besitzer bei Facebook und informierte auch Rainer Rüsch, der eine Wildunger Internetseite betreibt. Zufällig besuchte Rüsch um die Mittagszeit das Sommerfest der Gleitschirmflugschule auf dem Segelflugplatz. Unter den Gästen der Flugschule war auch Wilfried S. aus dem bayrischen Prien, der am Samstag um 6 Uhr anreiste. Kurze Zeit später bemerkte er das Fehlen seiner Hundedame. Große Freude im Zwinger Aufgeregt, fast geschockt, erzählte er Rüsch, dass er seinen Hund suche. Gerade wollte er mit seinen motorisierten Gleitschirm eine Suchaktion starten. Als Rüsch erfuhr, dass der Hund Cimba heißt, hatte er gute Nachrichten für den Hundebesitzer - der Ausreißer wartete auf sein Herrchen im Tierheim.Für den Besucher aus Bayern war das kleine Abenteuer seines Schützlings unerklärlich - noch nie sei der elfjährige Senior ausgerissen, zumal er in seinem sehr hohen Alter mit starken Hüftproblemen zu tun habe. Durchschnittlich werde diese Rasse nur fünf bis acht Jahre alt. Beim Wiedersehen in einem großen Zwinger des Tierheims war die Freude auf beiden Seiten riesengroß. Tierheimleiterin Britta Tolksdorf hatte dem erschöpften Findling Elektrolyte verabreicht, danach habe er sich wieder sichtlich erholt. Wilfried. S. bedankte sich für Hilfe und Aufnahme und hinterließ dankbar eine Spende für das Tierheim. Bei Matthias Koch, der den Wolfshund im Dickicht gefunden hat, bedankte er sich telefonisch. Ein schöner Flugtag auf der Schaufel konnte weitergehen.

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