Firma Wachenfeld stellt Pläne für ihr Areal vor:

Steinbruch Richtung Werbe erweitern

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Ohne Erweiterung müsste der Steinbruch im Laufe des Jahres geschlossen werden, rechts die Pläne für die Vergrößerung.

Waldecker-Nieder-Werbe - „Wir wollen versuchen, aus diesem Steinbruch das gute Gestein, was noch vorhanden ist, herauszuholen“, begründete Klaus Künstel von der Firma Wachenfeld die geplante Erweiterung des Steinbruchs im Werbetal zwischen Nieder-Werbe und Ober-Werbe.

Zuvor hatte Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann bei seiner Begrüßung zu der Informationsveranstaltung im Haus der Natur in Nieder-Werbe um eine rege Diskussion gebeten.

Die Firma Wachenfeld betreibt den Steinbruch in Nieder-Werbe seit 1965. In den nachfolgenden Jahren wurde er als Hartsteinwerk für die Lieferung von Grauwacke, die für den Straßenbau genutzt wird, ausgebaut. Eine Asphaltmischanlage kam hinzu, die bis 2010 in Betrieb blieb. Danach nahm die Firma eine neue in Mengeringhausen in Betrieb. Im oberen Bereich des jetzigen Steinbruches sei alles abgebaut, erläuterte Künzel. Momentan holt das Unternehmen Material in der Tiefsohle. Dort sei aber nur noch bis August des laufenden Jahres Gestein zum Abbruch vorhanden. Zur Zeit sind zwei bis drei Arbeiter der Firma im Nieder-Werber Steinbruch beschäftigt. Wachenfeld hat ein Genehmigungsverfahren zur Erweiterung des Abbaubereichs angestrengt. Geplant sei ein Vorgehen in Richtung des Werbebaches, von dem der Bruch ungefähr 25 bis 30 Meter Abstand halten soll. Außerdem stehen rund 500 Quadratmeter Wald zum Roden an. Ein Durchstich des Gesteins sei bei dem Wiegehäuschen geplant. Der Wald oberhalb des Sozialgebäudes bleibe bestehen. „Wenn die Erweiterung zum Tragen kommt, kann bis zu sechs Jahre weiter abgebaut werden“, so Künstel.

Der Steinbruch sei kein Wirtschaftsbetrieb in der Stadt Waldeck, „der richtig Geld bringt“, betonte Bürgermeister Feldmann Die Kämmerei verzeichne aus dieser Quelle Einnahmen von ungefähr 5000 Euro jährlich. Die geplante Erweiterung betreffe eine relativ geringe Fläche. Die Stadt werde in dieser Frage das Parlament und die Ortsbeiräte um Stellungnahme bitten. Die Entscheidung trifft allerdings das Regierungspräsidium. Den Kommunen steht nur ein Anhörungsrecht zu. Feldmann: „Die Stadt hat keine Möglichkeit, das Verfahren normal zu stoppen.“

Einige Anwesende fürchten eine Zunahme des LKW-Verkehrs. Erinnert wurde auch an die Auseinandersetzungen von 1977, als Wachenfeld eine Erweiterung des Steinbruchs auf dem gegenüber liegenden Hang des Hochsteins plante. Hierzu erklärte die Stadtverordnete Julia Schaller: „Ich würde die Erweiterung im Prinzip unterstützen. Ich habe aber Sorge, dass Sie an den Hochstein gehen. Da ist bisher schon zu viel gelaufen.“ Für so einen Schritt bedürfte es eines völlig neuen Genehmigungsverfahrens, erläuterte der Bürgermeister dazu.

Die Rekultivierung habe in den nicht mehr genutzten Teilen des Steinbruchs begonnen, fuhr Künstel fort. Dazu sei die Firma verpflichtet. Es werde mit Boden der Klassifizierung Z0 aufgefüllt, wobei aus jeder Lieferung eine Bodenprobe zur Untersuchung eingeschickt werde. Nach Beendigung des Abbaus sei ursprünglich die Anlage eines großen Sees geplant gewesen.

Davon sei man zugunsten der Errichtung von kleinen Teichen und Tümpeln in der Talsohle abgegangen. Erster Erfolg: Die Geburtshelferkröte hat sich angesiedelt. Sie steht in Deutschland auf der „Roten Liste“ vom Aussterben bedrohter Arten. Die Wände im oberen Bereich des Bruches sollen nicht aufgefüllt werden und bleiben frei. Bereits jetzt kämen manchmal Geologiestudenten zur Besichtung des Steinbruchs, der außerdem zukünftig in den Geopark eingebunden werden könne. (js)

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