Nieder-Werbe setzt mit originellen Ideen und hochkarätigem Fest einen Glanzpunkt beim Edersee-Jubiläum

Ein Stück Edersee-Atlantis kehrt zurück

Die Baupläne für die Kirchturmspitze sind unter Dach und Fach, die Genehmigung durch das Wasser- und Schifffahrtsamt liegt vor. Bei Frost werden die Fundamente gesetzt – genau am Standort der alten Kirche im heutigen Vorstaubecken. Zeichnung: Ute Friedrich

Waldeck-Niederwerbe. - Kirchturmspitze im Vorbecken, Nervenkitzel mit Flyboards und Akrobaten des Zirkus Barum am schwankenden Mast– Nieder-Werbe setzt mit einem hochkarätig besetzten Wasser- und Lichterfest einen besonderen Glanzpunkt auf das Jubiläum „100 Jahre Edersee“.

Ortsbeirat und Lichterfestausschuss schlagen mit der Kirchturmspitze den Bogen von der Edersee-Geschichte in die heutige Zeit. Genau am Standort der früheren Nieder-Werber Kirche - im heutigen Vorstaubecken - soll die verschieferte Spitze aus dem Wasser ragen, originalgetreu angefertigt nach alten Bildern.

Der Kirchturm im See ist nicht nur als originelle Idee zum Fest geplant, sondern soll dauerhaft ein Blickfang sein - ein nachhaltiges Tourismusprojekt. „Wir wollen einen Wiedererkennungseffekt“, sagt Karl-Harald Hesselbeim vom Lichterfestausschuss. „Gäste sollen sich erinnern: Edersee - das ist doch da, wo der Kirchturm aus dem Wasser ragt.“ Die Pläne sind schon unter Dach und Fach, einige heimische Handwerker und Unternehmen sponsern das Projekt mit kostenlosen Arbeitsstunden und Material. Eine Zimmerei aus Freienha-gen liefert die Holzkonstruktion, eine Dachdeckerei aus Vöhl verschiefert den Turm. „Wenn das Vorbecken abgefischt und der Boden gefroren ist, werden die Fundamente gesetzt“, kündigt Hesselbein an. Auf 30 000 Euro schätzt er die Gesamtkosten. Technisch schwierig und derzeit noch kaum kalkulierbar sind die Gründungsarbeiten im schlammigen Grund des Vorbeckens.

Flyboards schweben über den See

Wie das Dorf früher aussah und wo die alte Kirche stand, das können Besucher an Ort und Stelle in einer Dauer-Ausstellung anhand alter Fotos sehen. „Etwa ein Drittel der Häuser stand da, wo heute das Vorstaubecken ist“, erinnert Hesselbein.

Das Wasser- und Lichterfest wird vom 18. bis 20. Juli mit einem hochkarätigen Programm gefeiert. Musik und Bands auf der Seebühne erinnern an rauschende Lichter- feste vergangener Zeiten, die Tausende nach Nieder-Werbe lockten. Flyboard-Sportler schweben bis zu neun Meter über dem Nieder-Werber See. Diese Wassersportgeräte werden durch den Wasserstrahl-Rückstoß eines Jetskis angetrieben und ermöglichen Fortbewegung unter Wasser und in der Luft. Weiter im Programm: Sportholzfällen mit Rick van Drielen, bunte Unterhaltung für Kinder und ein Höhenfeuerwerk am Samstagabend.

Besonderes Schmankerl: An allen Tagen gibt es Vorführungen des Zirkus Barum am schwankenden Mast. Wenn ausreichend Spenden zusammenkommen, setzt die Veranstalter- Gemeinschaft, bestehend aus Stadt Waldeck, Ortsbeirat und Lichterfestausschuss Nieder-Werbe, noch einen Knüller drauf: Hochseil-Akrobatik auf einem Drahtseil über dem Vorstaubecken.

Spendenaktion

Die WLZ-FZ ruft gemeinsam mit dem Veranstaltungsteam des Wasser- und Lichterfestes in Nieder-Werbe zu Spenden für Hochseil-Akrobatik beim Edersee-Jubiläum auf. 6000 Euro kostet die spektakuläre Drahtseilnummer, bei der Zirkusartisten auf einem Hochseil das Vorbecken überqueren. Geldspenden (Stichwort „Barum-Hochseilakt“) gehen auf das Konto des Verkehrsvereins Nieder-Werbe, Nummer 3008562 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, BLZ 52350005. Sollten die ?6000 Euro nicht zusammenkommen, werden die Spenden für die Kirchturmspitze verwendet. Kontakt und Informationen: Karl-Harald Hesselbein, Tel. 05634/308.(höh)

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