Parlament bringt einstimmig Prüfauftrag am alten Standort auf den Weg

Therme mit Bürgerbad

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In die Planungen für ein neues Heloponte kommt Bewegung. Das Parlament beauftragte einstimmig den Magistrat, den Bau einer Therme mit räumlich abgetrenntem Bürgerbad am alten Standort prüfen zu lassen.Archivfoto: Höhne

Bad Wildungen - Der Durchbruch bei den Diskussionen um ein neues Heloponte ist gelungen. In der öffentlichen Sitzung am Montagabend in der Wandelhalle beauftragte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat einstimmig, den Bau einer Therme mit räumlich abgetrenntem Bürgerbad am alten Standort näher prüfen zu lassen.

Auf diese Variante hatte sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe Heloponte geeinigt. Sie diskutiert seit Monaten auf Grundlage einer Studie, die der Schweizer Bäderexperte Kannewischer ausgearbeitet hatte (WLZ berichtete).

„Wo ist die Deadline für Alles-haben-Wollen?“

Bei der Aussprache im Parlament zeichnete sich diese Einmütigkeit am Montag zunächst nicht ab. Axel Finger stellte für die SPD-Fraktion noch einmal die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines neuen Bades in den Mittelpunkt. Ein extrem schlecht besuchtes Freibad oder eine Eisbahn seien hier mehr als abträglich. Eine Therme als Anreiz für den Tourismus und ein „Hallenbad plus“ stünden als Optionen im Raum. „Beide Lösungen orientieren sich am Bedarf.“ Finger regte an, die Variante „Hallenbad plus“, die der Gutachter am Bornebachtal nahe dem Kurzentrum vorgeschlagen habe, für die Stresemannstraße zu berechnen.

Für die FWG betonte Horst Reis: „Wir suchen für unser Bad ein Alleinstellungsmerkmal.“ Seine Fraktion machte sich für ein Sport-, Familien- und Freizeitbad mit Wellnessangeboten stark. Es sollte erweiterbar sein sowie über Freibad und Eisbahn verfügen, außerdem über eine vollwertige Gastronomie. Nach dieser Wunschliste klingelten Klaus Stützle (Bündnis 90/Grüne) die Ohren. „Ich frage mal ganz provokant: Was sagt denn unser Haushalt dazu - wo ist die Deadline für Alles-haben-Wollen?“ Eine hochwertige Einrichtung rechtfertige auch höheren Eintritt, konterte Dr. Hans Schultheis (FWG) und stellte klar: „Die Eintrittsgebühren müssen sich deutlich erhöhen.“

Überrascht von den Redebeiträgen der beiden Fraktionen zeigte sich CDU-Sprecher Oliver Syring. „In der interfraktionellen Arbeitsgruppe, in der alle Fraktionen anwesend waren, gab es doch einen Mehrheitsbeschluss.“

Ein wirtschaftliches Bad mit deutlich geringerem jährlichen Defizit war das Ziel. Die AG hatte sich auf eine Therme mit Angebot für Sport- und Schulschwimmen geeinigt. „Soweit ich weiß, machen Freibad und Eisbahn sechsstellige Verluste im Jahr - da fehlt mir die Fantasie, wie wir damit ein Defizit reduzieren können.“ Syring forderte die Stadtverordneten auf, endlich eine Grundsatzentscheidung zu treffen, „um den Architekten die Spielwiese zu überlassen“.

„Endlich mal zu Potte kommen“

Das unterstützte auch Bürgermeister Volker Zimmermann. „Wir haben uns in den Gremien damit befasst, zwei Gutachten in Auftrag gegeben, Bürgerbefragung vorgenommen, eine Vielzahl an Informationen, Fakten und Stellungnahmen aufgenommen“, zog er Bilanz und drückte aufs Gaspedal. „Lassen Sie uns aufhören, Schleifen zu drehen, dieses Haus muss endlich mal zu Potte kommen und Position beziehen.“ Das hatte der Magistrat bereits getan, der ein Sport-, Freizeit- und Familienbad empfahl.

Der FWG-Antrag für ein erweiterbares Bad wurde bei drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung mit großer Mehrheit abgelehnt. In den Fokus künftiger Überlegungen rückt nach einstimmigem Beschluss die Kombination Therme/Bürgerbad am Helo-Standort. Eine Therme mit Sportbad hatte Kannewischer im Gutachten für das Bornebachtal kalkuliert. Sie war mit 19,2 Millionen Euro die teuerste der sechs Varianten.

Von Conny Höhne

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