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Tierisch Plakatives

Bad Wildungen - Erinnert ihr euch an ALF, den zottigen Außerirdischen aus dem Fernsehen? „Toast SLT“ war seine nie genossene Leibspeise, Abkürzung für „Schinken, Lucky und Tomate“. Lucky hieß die Hauskatze seiner irdischen Gastgeberfamilie und auf ALFs Heimatplaneten Melmac gelten Stubentiger als Delikatesse.

Doch die Tanners hielten stets ihre schützenden Hände über Lucky. Vielleicht ist ALF in Wellen gelandet? Ein neuer, motivierter Jagdhund hat dort dem Vernehmen nach Einzug gehalten und der gute teilt offenbar die Liebe der Melmacianer zu Katzen.

Das jedenfalls meinte ein Stubentiger-Besitzer und stellte vor einiger Zeit anklagende Plakate mit der Aufschrift „Katzenmörder“ in die Landschaft, um gegen den vermeintlichen Jagderfolg des Hundes zu protestieren. Nicht das einzige Beispiel dafür, dass Plakate in der Region als althergebrachtes Kommunikationsmittel trotz Facebook und Twitter geschätzt sind.

Beleg zwei bieten die feuerroten „Rasen tötet“ entlang der Bergheim/Giflitzer Bahnhofstraße. „Welchen Rasen meinen die?“, fragte mich eine Bekannte kürzlich verdutzt, die das Foto auf den Plakaten im Vorüberfahren nicht erkennen konnte, wie vermutlich die meisten Autofahrer. Ich persönlich habe mich gefragt, was ein Fisch mit Rasen zu tun hat, denn die Umrisse des Bildes muteten spontan vom Auto aus so an.

Klarheit bekam ich erstmals, als ich zu Fuß vor den Tafeln stand. Auf dem Foto liegt ein Adebar tot auf dem Boden. Es geht um die Edertaler Störche, denn vor zwei Jahren waren mehrere Jungvögel von Autos erfasst worden und der diesjährige Nachwuchs wird gerade flügge. Vielleicht denkt der NABU, auf den die Initiative zurückgeht, über eine geänderte Kampagne nach?

Humor statt Zeigefinger bewirkt auch bei ernsten Themen manchmal mehr: Das Foto eines majestätisch fliegenden Storchs mit dem Zusatz: „Vorsicht, Vogelflughafen“ oder „Achtung, Storchenstartbahn“, wäre das nichts?, schlägt vor

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